Mehr Staat in drei Städten

Das Vermessungsamt hinterließ einen Leerstand im sogenannten Ämterzentrum, gleich neben dem Landratsamt, an der Wackersdorfer Straße in Schwandorf. Für das neue bayerische Jugendamt-Nord gilt diese staatliche Immobilie als erste Wahl. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
04.03.2015
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Der Landkreis bekommt 45 staatliche Arbeitsstellen. Das geht aus dem gestern in München bekannt gegebenen Konzept zur Behördenverlagerung hervor. Der Freistaat Bayern will dafür in erster Linie freie räumliche Kapazitäten in Schwandorf und Oberviechtach nutzen.

Der Stimmkreisabgeordnete Alexander Flierl (CSU) zeigte sich hoch zufrieden. Von den 374 Stellen für Beamte und Tarifbeschäftigte des Freistaates, die aus Ballungszentren in den Regierungsbezirk Oberpfalz regionalisiert werden, entfallen 45 auf den Landkreis Schwandorf. Deswegen habe er in der Landtagsfraktion seiner Partei auch gerne den Vorschlag des Heimatministers Söder unterstützt.

Konkret ist vorgesehen, 20 Rechtspflegerstellen aus dem Grundbuchamt in der Münchener Infanteriestraße auszugliedern und nach Oberviechtach zu transferieren. In der Eisenbarth-Stadt bietet sich dazu eine teils leerstehende staatliche Liegenschaft in der Bezirksamtstraße an, in der auch die Filiale des Amtsgerichts Schwandorf untergebracht ist. Die letztgültige Standortentscheidung bleibt jedoch - wie auch in den meisten anderen Fällen der bayernweiten Behördenverlagerung - dem zuständigen Fachministerium vorbehalten.

Weitere 20 Stellen gehen in die Große Kreisstadt. Dort soll sich das neu zu bildende Landesjugendamt-Nord niederlassen. Als Domizil befindet sich jener Teil des Ämterzentrums an der Wackersdorfer Straße in Schwandorf im Gespräch, den das Staatliche Vermessungsamt bei seiner letzten Reform frei gemacht hatte. Das Landesjugendamt, das dem "Zentrum Bayern für Familie und Soziales" angegliedert ist und als zentrale Fachbehörde der Jugendhilfe gilt, sitzt bisher in der Marsstraße in München. Es soll im Zuge der Behördenverlagerung in die Bereiche Nord und Süd aufgesplittet werden.

Schließlich kommt auch Nabburg zum Zug. Am Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung im Schlosshof richtet der Staat ein regionales IT-Zentrum ein und verstärkt es mit fünf Dienstposten.

"Das ist ein Impuls für den ländlichen Raum, der zeigt, dass staatliche Behörden auch außerhalb der Zentren bestehen können", sagte MdL Alexander Flierl zu dem Konzept, das innerhalb von fünf bis zehn Jahren umgesetzt werden soll. Gefallen findet es auch bei Landrat Thomas Ebeling (CSU). Er freute sich in einem Gespräch mit dem NT, "dass die Staatsregierung ein stimmiges Konzept vorgelegt hat und ein positives Signal setzt". Dass Schwandorf bei der Zuweisung zahlenmäßig nicht an oberster Stelle liegen kann, sei klar gewesen, "denn dafür stehen wir einfach zu gut da". Als gute Sache bezeichnete er die Verteilung auf drei Städte des Kreises.
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