Meinungsbild selbst zeichnen

"Agieren, statt zu reagieren": Dazu riet Dr. Roger Busch (links) den zahlreichen Zuhörern beim "Sparkassen-Forum für Landwirte". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
05.02.2015
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Das Bild der Landwirtschaft wird stark durch die Medien geprägt. Stetige Präsenz in der Öffentlichkeit will gelernt sein. Beim "Sparkassen-Forum" gab's als wichtigsten Tipp: Agieren statt reagieren.

Tage des offenen Hofes, Tierschauen, Direktvermarktung, Info-Stände, forstwirtschaftliche Wettbewerbe: Der Bayerische Bauernverband präsentiert sich in vielseitiger Form in der Öffentlichkeit. Ganz im Sinne des Kommunikations- und Strategieberaters Dr. Roger Busch (57) , der am Montag beim "Sparkassen-Forum für Landwirte" zum Thema "Medien und veröffentlichte Meinung" sprach .

Durchdachte Strategie

Das Aufsichtsratsmitglied eines Industrieunternehmens im Bereich der Wohnungswirtschaft rät den Landwirten zur "Aktion, statt zur Reaktion". "Gestalten Sie die öffentliche Meinung selbst, bevor es andere tun", so die Empfehlung des Analytikers Dr. Roger Busch an die Standesorganisationen. Für den ehemaligen Beauftragten für Naturwissenschaft und Technik in der evangelischen Kirche gibt es zwar keine Patentlösung zur Übermittlung von Botschaften, doch sei eine stete Präsenz in der Öffentlichkeit auf jeden Fall von Vorteil. Und natürlich eine "gut durchdachte Strategie". Leute, die "einen festen Standpunkt" haben, sind dem Kommunikationsberater suspekt. Sie sollte man mit gezielten Fragen aus der Reserve locken und verunsichern. Ihnen mit Gegenargumenten zu antworten, mache wenig Sinn. Sich in der Öffentlichkeit gut zu verkaufen, hält Dr. Roger Busch psychologisch für sehr wichtig. Sein Rat: "Wer nicht reden kann, sollte es in der Öffentlichkeit auch lassen". Und: "Einer Frau nimmt man bestimmte Aussagen eher ab als einem Mann".

Für den Medienexperten gehören Fachzeitschriftenleser einer "aussterbenden Spezies" an. Quote brächten heute Krisen- und Skandalgeschichten in den Massenmedien und vor allem im Internet. Bezogen auf die Landwirtschaft erinnere sich "Otto Normalverbraucher" vor allem an Lebensmittel-Skandale oder schwarze Schafe in der Tierhaltung. Weil ein Großteil der Kommunikation auf Vertrauen basiere, bedürfe es einer sozialen Bindung. Sie entstehe aber nur durch persönliche Beziehungen, so der Referent.

Dr. Roger Busch ermunterte die Landwirte, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, auf Bauernmärkten oder an Tagen der offenen Stalltüre. Mit Internetauftritten, Plakatwerbung und Aktionen in Einkaufszentren ließe sich zusätzlich Aufmerksamkeit erzeugen.

Am traditionsträchtigen Tag "Mariä Lichtmess" erinnerte BBV-Kreisobmann Hans Wilhelm an die Leistungen der Landwirte, "die die Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen haben". Wenn ein kleiner Bruchteil von ihnen "daneben liege" und Schlagzeilen erzeuge, dann sei dies ungerecht gegenüber den vielen, "die ordentliche Arbeiten leisten".

Gegen Spekulation

Wilhelm verurteilte Spekulationsgeschäfte im Lebensmittelbereich, die nach dem Getreide jetzt auch die Milch erreicht hätten. Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Werner Heß, stellvertretender Landrat Joachim Hanisch und dritte Bürgermeisterin Martina Englhardt warben für ein positives Erscheinungsbild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit.
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