Mit "Leila" wieder hoch hinaus

Vorsitzender Andreas Hohler (Zweiter von rechts) und Michael Furtwengler (Zweiter von links) informierten die Schirmherrn Landrat Thomas Ebeling (links) und OB Andreas Feller (rechts) über den Stand der Restaurierungsarbeiten. Im Hintergrund ein Bild der historischen "Kraftfahrleiter KLH 20". Bilder: rid (2)
Lokales
Schwandorf
17.02.2015
7
0

Vor 77 Jahren hat die Stadt für die "Kraftfahrleiter KLH 20" mit Handbetrieb 14 288,75 Reichsmark bezahlt. Im April 2013 kaufte die Feuerwehr die 1970 ausrangierte und später verschollene "Leila" für 12 500 Euro zurück. Im August soll sie in altem Glanz erstrahlen.

Mittlerweile hat der Förderverein weitere 10 000 Euro und 800 Arbeitsstunden in die Restaurierung investiert. Vorsitzender Andreas Hohler will das historische Fahrzeug bei der 150-Jahr-Feier Ende August präsentieren.

Lenkrad als Deko im Büro

Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller kamen am Freitag zur Feuerwache und informierten sich über den aktuellen Stand der Maßnahme. Beide haben die Schirmherrschaft für das Jubiläumsfest übernommen und symbolisch zum Originallenkrad gegriffen. Das gute Stück hat seine eigene Geschichte. Es war nach der Stilllegung des Fahrzeugs plötzlich verschwunden. Andreas Hohler recherchierte nach dem Ankauf der Kraftfahrleiter und bekam tatsächlich den entscheidenden Hinweis. Ein Geschäftsmann hatte das Lenkrad als Dekoration in seinem Büro hängen und gab es gleich zurück, als er von der Geschichte erfuhr. Dass es sich um das Originallenkrad handelt, beweist der Stempel mit dem Herstellerdatum: 22. Januar 1938.

Einige Umwege

Die "Leila" ließ sich bis zu einer Steighöhe von 20 Metern ausfahren und war damit den Feuerwehrmännern eine wertvolle Hilfe. Vorsitzender Andreas Hohler erinnerte an die Bekämpfung eines Großbrandes 1969 im Kloster Ettmannsdorf. Damals wurde aber schon deutlich, dass die "Kraftfahrleiter KLH 20" für Großeinsätze nicht mehr ausreichte. Deshalb schaffte die Stadt 1970 eine neue Drehleiter mit Hydraulik an. Die "KLH 20" wechselte in den städtischen Bauhof und war dort noch bis 1978 im Einsatz.

Anschließend rostete die "Leila" vor sich hin, bis sie der Neunburger Kreisbrandmeister Willi Stengl in einer Scheune in Kröblitz unterstellte. 2008 ging die Leiter in den Besitz des Unternehmers und Oldtimer-Sammlers Stefan Lindner aus Oberviechtach über. Er transportierte das Gerät vor drei Jahren bis nach York in der Nähe von Hamburg und nahm dort an einem Oldtimertreffen teil. Ein Bild der "KLH 20", die Hersteller "Magirus" in dieser Version nur viermal baute, erschien in einer Fachzeitschrift, die die Schwandorfer Feuerwehrleute zu Gesicht bekamen. Sie erinnerten sich an das gute Stück und wollten es wieder zurückhaben. Der Feuerwehr-Vorstand war sich mit dem Besitzer Stefan Lindner rasch handelseinig und erwarb den Oldtimer für 12 500 Euro. Mit Freibier und Spanferkel feierten die Feuerwehrleute im April 2013 die Rückkehr der "Leila". Vorsitzender Andreas Hohler startete damals einen Spendenaufruf, worauf 10 000 Euro eingingen. Jetzt kommen weitere 5000 Euro vom "Zweckverband Müllverwertung Schwandorf" hinzu. Landrat und ZMS-Vorsitzender Thomas Ebeling sagte die Spende am Freitag zu. "Damit werden wir über die Runden kommen", freute sich Vorsitzender Andreas Hohler. Sein Dank galt den freiwilligen Helfern mit Michael Furtwengler an der Spitze für die unentgeltlich geleisteten Arbeitsstunden.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.