Mit "Oma Rosa" auf letztem Weg

Schauspielerin Anita Keller schlüpfte in die Rolle des Krebspatienten Oskar und der "Oma Rosa". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.10.2014
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So beklemmend das Thema, so brillant das Stück und die Schauspielerin: Anita Keller gab am Freitag in der Spitalkirche "Oskar und die Dame in Rosa", das von der Begleitung eines todkranken Kindes handelt. Dr. Wolfgang Laaths vom Hospizverein sprach das Thema "Sterbehilfe" an.

Die Schauspielerin Anita Keller ist seit 1999 in der Hospizbewegung aktiv und hat viele Menschen in deren letzten Lebensphase begleitet. Am Freitag trat sie mit dem Theaterstück "Oskar und die Dame in Rosa" in der Spitalkirche auf.

Keine Alternative

Veranstalter waren der Hospizverein und das Evangelische Bildungswerk anlässlich des Welthospiztages. Vereinsvorsitzender Dr. Wolfgang Laaths erteilte in seiner Begrüßung der "organisierten Sterbehilfe" eine klare Absage und stellte fest: "Sie ist nicht im Entferntesten eine Alternative zur Hospizarbeit". Eine schauspielerische Meisterleistung vollbrachte Anita Keller im anschließend en Solostück, in dem sie in die Rolle des zehnjährigen Krebspatienten Oskar und dessen Sterbebegleiterin "Oma Rosa" schlüpfte.

Oskar ist unheilbar krank und hat nur noch wenig Zeit. Aber niemand spricht mit ihm darüber. Auch seine Eltern nicht. Das macht ihn wütend. Nur eine alte Dame im rosa Kittel der Ehrenamtlichen, er nennt sie "Oma Rosa", hat den Mut und die Lebenserfahrung, so offen mit ihm umzugehen, dass er nichts von seiner Lebendigkeit und Lebensfreude verliert, obwohl er täglich schwächer wird.

Tröstende Fantasie

Sie erfindet für ihn eine Fantasie, in welcher er alle Stadien eines langen Menschenlebens durchlebt: Kindheit, Jugend, erste Liebe, Midlifecrisis, Alter. "Oma Rosa" ermöglicht ihm eine sehr persönliche Beziehung zum "Lieben Gott", dem er in Briefen seine Gedanken erzählt. Sie hilft ihm auch, seinen Eltern zu verzeihen. Am Ende schläft er viel, fühlt sich aber wohl, wie er sagt. Und ist bereit zu gehen.
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