Mittel für die Jugendhilfe steigen im nächsten Jahr voraussichtlich auf zwölf Millionen Euro
Jugendamt braucht deutlich mehr Geld

Der Jugendhilfeausschuss tagte und billigte den Jugendhilfe-Etat für das nächste Jahr. Das letzte Wort hat wie immer der Kreistag. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
04.12.2015
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Mit einem deutlichen Anstieg bei den Mitteln für die Jugendhilfe muss der Landkreis im kommenden Jahr fertig werden. Beim Jugendhilfeausschuss des Kreistages waren gestern erste Zahlen zu hören. Von zwölf Millionen Euro an Ausgaben war die Rede - über eine Million Euro mehr, als für dieses Jahr eingeplant sind.

Für die Statistiker hatte Jugendamts-Chefin Regina Hildwein ausgerechnet, dass die Ausgabensteigerung 8,2 Prozent betragen werde. Was natürlich zu Nachfragen aus dem Ausschuss führte, wie denn diese deutliche Erhöhung zu erklären sei. Hildwein nannte vor allem zwei Gründe.

Zum einen liege es an der Kindertagesbetreuung. "Es gibt jetzt einen Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippenplatz", sagte sie. Aber auch die Ausgaben für die Tagespflege würden steigen. Der zweite Punkt "mit gravierenden Kosten" sind die Schulbegleitungen. Dafür müssen nächstes Jahr 1,3 Millionen Euro aufgewendet werden.

"Das sind ja 35 Prozent mehr als bisher", wunderte sich Kreisrat Dr. Alexander Ried - und erfuhr dabei, dass es bislang 34 Schulbegleitungs-Fälle gibt. Das sind zum Beispiel autistische Kinder, die zwar intelligent sind, aber der schulischen Situation nicht alleine gewachsen wären. So begleitet sie ein Erwachsener. Diese Schulbegleitungen werden nicht weniger. "Wir beginnen mehr Fälle, als wir beenden können", berichtete Claudia Hösamer.

Aktuell sogar weniger

Interessant war ein Bericht von Regina Hildwein, die am aktuellen Jugendhilfe-Etat Korrekturen anbrachte. Denn der wird 700 000 Euro weniger verbrauchen, als noch im Sommer angenommen wurde. "Das liegt daran, dass wir vor allem für den großen Punkt unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge 600 000 Euro angesetzt haben, aber von den erwarteten 73 Jugendlichen sind erst ungefähr 30 da."

Freuen konnte sich Kreisjugendrings-Vorsitzender Peter Neumeier, der als Kreisrat dem Ausschuss angehörte. Seine Organisation hatte zwei Anträge vorgelegt, die beide genehmigt wurden. Der eine zielte darauf ab, dass die Zuschüsse für die Jugendarbeit der Vereine im Landkreis Schwandorf von bislang rund 33 000 Euro auf 40 000 Euro jährlich angehoben werden. Der zweite hatte mit einer Personalaufstockung im Büro des Kreisjugendrings KJR zu tun - und zwar um eine halbe Stelle, also 19,5 Wochenstunden. Das bedeutet, dass der KJR ab Januar 2017 über eineinhalb Stellen verfügen wird, die sich auf drei Mitarbeiter aufteilen. Die Ausschussmitglieder unterstützen dieses Ansinnen, "weil die Arbeit des Kreisjugendrings wichtig ist, vor allem im vorbeugenden Bereich", wie es Ulrike Roidl formulierte.
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