Modernisierungsprogramm soll Impulse geben - Mieterverein wählt neue Spitze - Vertretung für ...
Mieterbund: Zu wenige Wohnungen für sozial Schwache

Der Mieterverein wählte einen neuen Vorstand. Das Bild zeigt von links: Rechtsanwalt Richard Wagner, Wolfgang Ebner, Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl, Helmut Hey, Evi Thanheiser, Franz Schindler, Helga Riehl, Monika Schmid-Balzert, Andrea Spachtholz und Anneliese Langer. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
20.11.2015
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Der Wohnungsmarkt im Landkreis sei "entspannt", meint Monika Schmid-Balzert. Aber: "Es fehlt an familiengerechten bezahlbaren Wohnungen". Die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes, Landesverband Bayern, vermisst staatliche Anreize für den sozialen Wohnungsbau. Trotz niedriger Zinsen werde viel zu wenig in bezahlbaren Wohnraum investiert.

In der Kreisstadt gibt es aktuell noch 92 Wohnungen für sozial schwache Familien. "Im nächsten Jahr werden es nur noch 66 sein", stellte die Rechtsanwältin Monika Schmid-Balzert bei der Versammlung des Schwandorfer Mietervereins fest. Denn bei einigen Wohnungen laufe die 25-jährige Mietpreisbindung aus. Ersatz sei nicht in Sicht. Aus zweierlei Gründen: Der Staat besitze in der gesamten Oberpfalz keine einzige Liegenschaft mehr, die für einen sozialen Wohnungsbau in Frage käme. Und zweitens: Für private Investoren seien die wirtschaftlichen Anreize zu gering. "Die Bodenpreise und Baukosten sind zu hoch, die staatliche Förderung dagegen ist zu gering", so Monika Schmid-Balzert.

"Auf der einen Seite fehlen Wohnungen, auf der anderen Seite haben wir so viele Leerstände, die aber nicht vermietbar sind". Die Vertreterin des Mieterbundes erhofft sich vom Modernisierungsprogramm der bayerischen Staatsregierung neue Impulse zur Sanierung der Altbestände. Auch Franz Schindler, der Vorsitzende des Mietervereins, sieht erheblichen Nachholbedarf: "In der Stadt stehen 350 Wohnungen leer, weil sie nicht zu vermieten sind". Mit 1621 Mitgliedern ist der Ortsverband des Mieterbundes der größte Verein in Schwandorf. Drei Anwälte bieten kostenlose Beratungsgespräche an: Evi Thanheiser (Nabburg), Richard Wagner (Nittenau) und Franz Schindler (Schwandorf). In diesem Jahr haben sie an 57 Tagen bereits 428 Einzelgespräche geführt und die Mitglieder zu Fragen der Betriebskostenabrechnung, Schönheitsreparaturen, Kaution und Mietmängel beraten.

"Wie sehen uns als Streitschlichter und wollen die Angelegenheiten nach Möglichkeit außergerichtlich klären", betonte Vorsitzender Franz Schindler. Wenn es sich nicht vermeiden lasse, ziehe der Verein mit dem Mitglied aber auch vor Gericht. Der neue Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden Franz Schindler, seinen beiden Stellvertretern Evi Thanheiser und Helga Riehl, Schriftführerin Andrea Spachtholz und Kassenverwalter Wolfgang Ebner. Als Kassenrevisoren stellten sich Anneliese Langer und Helmut Hey zur Verfügung.
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