Natur braucht einen Aufpasser

Bund-Vorsitzender Hubert Weiger (rechts hinten) mit den Geehrten und Ehrengästen: Die Kreisgruppe feierte am Freitag das 40-jährige Bestehen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
10.11.2014
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In der "Transformation der Industriegesellschaft" sieht Hubert Weiger eine der großen Herausforderungen für die Zukunft . "Wir müssen die Umgestaltung jetzt angehen und die Menschen dafür begeistern", forderte der Landesvorsitzende des Bund Naturschutz bei der 40-Jahr-Feier der BN-Kreisgruppe.

Hubert Weiger, seit 2007 auch Vorsitzender des "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland", mahnt die Gesellschaft eindringlich: "Wir müssen zu einem anderen Umgang mit den Ressourcen kommen". Um den täglichen Landverbrauch zu stoppen, rät der oberste Naturschützer zu einer "Optimierung der Regional- und Flächennutzungspläne". Hubert Weiger ist überzeugt: "Die nachfolgenden Generationen werden das Land benötigen".

Sorgen macht sich Hubert Weiger auch um die bäuerlichen Strukturen. Er wünscht sich eine Abkehr von der Massentierhaltung und industrieller Flächennutzung und stattdessen eine Stärkung der mittelständischen Familienbetriebe. Kritisch beobachtet der Umweltschützer auch die Entwicklung bei den Jugendlichen, "die eher in einer virtuellen, statt in einer realen Welt aufwachsen". Hubert Weiger fordert "eine Renaissance der Umweltbildung" und appelliert an die Eltern und Lehrer, die Kinder wieder stärker an die Natur heranzuführen. Sich in die Ganztagesschulen einzubringen, darin sieht der Vorsitzende auch eine Chance für die eigene Organisation.

Energiewende als Chance

Hubert Weiger geht die Herausforderungen optimistisch an in der Gewissheit, "dass wir in der Vergangenheit schon viel erreicht haben". Der Bund-Vorsitzende erinnerte am Freitag an die erfolgreiche Kampagne "Rettet den Wald", die Umsetzung der Katalysatoren-Technik im Verkehr und in den Kraftwerken, die Verhinderung der WAA und den Ausstieg aus der Atomenergie. Die Energiewende dürfe nicht von oben verordnet, sondern müsse vor Ort realisiert werden. Die größten Potenziale sieht er in der Einsparung von Energie.

Auch Kreisgruppenvorsitzender Klaus Pöhler möchte, "dass der Landkreis Schwandorf autark in der Stromversorgung wird". In der Vergangenheit sei die Wackersdorfer Braunkohle verstromt worden, so Pöhler, "warum sollen nicht auch Wind und Sonnenenergie den Landkreis versorgen können?" In der "Bürger-Energiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz" (Bemo) sieht der Kreisgruppenvorsitzende ein Vorzeigekonzept, "wie sich die Bürger bei der Energiewende mitnehmen lassen". Pöhler appellierte in der Spitalkirche an die Entscheidungsträger in den Städten und Gemeinden, "sich mit der Bemo an einen Tisch zu setzen und zu verhandeln". Dann brauche es kein "rückwärts gerichtetes Fracking im Oberpfälzer Becken".

Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch dankte den 700 Basisgruppen im Bund Naturschutz mit 215 000 Mitgliedern für deren Beitrag, "unser Land lebens- und liebenswerter zu gestalten". Oberbürgermeister Andreas Feller habe den Verband immer wegen seiner "konstruktiven Zusammenarbeit" geschätzt. (Im Blickpunkt)
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