Neues Konzept für Geburtshilfe

Der Anbau (rechts) an Haus 3 des Krankenhauses St. Barbara wurde in Modulbauweise in nur wenigen Monaten hochgezogen. Derzeit wird der Parkplatz für das neue Medizinische Versorgungszentrum im Erdgeschoss planiert. Der Neubau kostet acht Millionen Euro. Bilder: Götz (3)
Lokales
Schwandorf
29.11.2014
19
0

Rund zwölf Millionen Euro investieren die Barmherzigen Brüder, dazu gibt's eine neue Ära am Krankenhaus St. Barbara: Die Geburtshilfe wird neu organisiert, ein Medizinisches Versorgungszentrum nimmt den Dienst auf. Die Patientinnen bleiben in bewährten Händen.

Der Bau klappte in rekordverdächtiger Zeit. Das war auch notwendig, denn Neujahr um 0.01 Uhr bricht am Krankenhaus St. Barbara ein neues Zeitalter an: Die Hauptabteilung Gynäkologie nimmt ihre Arbeit auf. Die Ära der Belegärzte ist in der Frauenheilkunde dann vorbei. Die Patientinnen können aber unter der Obhut ihrer vertrauten Ärzte bleiben, denn im Erdgeschoss des acht Millionen Euro teuren Neubaus wird ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) eingerichtet, wie Geschäftsführer Dr. Martin Baumann von der Barmherzigen Brüdern bei einem Rundgang erläuterte.

Dr. Wolfgang Schneider wird mit seiner Praxis und den Mitarbeitern hier einziehen und künftig als Angestellter einer neu gegründeten Tochtergesellschaft der Barmherzigen Brüder arbeiten. Diese Gesellschaft wird künftig auch die Praxis von Dr. Bernd und Peter Schleicher betreiben. Die drei sind noch bis Ende des Jahres Belegärzte an St. Barbara, wie auch Dr. Ali Fadel. Er wird künftig als Konsiliararzt am Krankenhaus seine Patientinnen betreuen. Die Hauptabteilung Gynäkologie am Krankenhaus nimmt am 1. Januar die Arbeit auf. Chefärztin wird Dr. Susanne Merl, die zusammen mit drei Oberärztinnen und sechs Assistentinnen von Kelheim ans Schwandorfer Krankenhaus wechselt.

Warum die Änderung? Dr. Schneider und die Gebrüder Schleicher werden in absehbarer Zeit in Ruhestand gehen. Nachfolger, die Praxis und Belegarztpflichten samt Bereitschaft und Nachtdienst im Krankenhaus übernehmen, sind schwer zu finden, erläuterte Baumann. "Wir sehen die Geburtshilfe als eine Pflichtaufgabe unseres Krankenhauses", sagte der Geschäftsführer. St. Barbara ist das einzige im Landkreis, in dem noch Kinder geboren werden. Rund 500 im Jahr. Die Hebammen werden weiterhin freiberuflich da arbeiten.

Mehr Patienten, mehr Platz

Das topmoderne "MVZ im Park" im Erdgeschoss des Neubaus ist hell und großzügig, wird natürlich nach aktuellen Ansprüchen ausgestattet. Werdende Mütter können hier mit dem Team ihre Geburtsplanung ebenso besprechen wie die Dienste von Dr. Schneider oder den Krankenhaus-Ärztinnen in Anspruch nehmen. Im Fall der Fälle besteht direkter Zugang zum Krankenhaus. Das MVZ wird eine eigene Zufahrt rechts neben der Krankenhaus-Villa erhalten, auch eigene Parkplätze.

Im vergangenen Jahr wurden an St. Barbara 13 900 Patienten behandelt, die Zahlen steigen seit Jahren. "Wir platzen aus allen Nähten", sagte Dr. Baumann. Deshalb auch der Anbau: In den drei Stockwerken über dem MVZ entstanden 30 Zimmer mit 60 Betten. Helle, freundliche Räume mit einfallsreichen Ausstattungsdetails, die die Aufenthaltsqualität für die Patienten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter berücksichtigen. Mit den zusätzlichen Betten geht auch eine Aufstockung des Personals einher.

Nächste Woche Festakt

Die Investition stemmen die Barmherzigen Brüder aus Eigenmitteln, betonte Dr. Baumann. Dass der Neubau in Modulbauweise errichtet wurde, ist dem Tempo geschuldet: Das Krankenhaus brauchte die neuen Betten so schnell wie möglich. Ein Ziegelbau hätte bei gleichem Preis länger gedauert, erklärte der Geschäftsführer. Der Anbau schließt an das Haus drei im Osten an, verlängert die Stations-Flure. Sie können jetzt nach und nach saniert werden, auch dafür laufen schon Planungen.

Doch nun steht erst mal ein Festakt an: Am Donnerstag, 4. Dezember, wird der Neubau kirchlich gesegnet. Nicht nur MVZ und Patientenzimmer stehen dann im Mittelpunkt: Auch im OP-Bereich wurde kräftig investiert. Ein vierter Operationssaal wurde notwendig, um der steigenden Patientenzahl gerecht zu werden. Dazu wurde ein topmodernes Aufwachzimmer gebaut. 4,1 Millionen Euro kostete diese Erweiterung laut Dr. Baumann. 1,91 Millionen Euro davon schoss Bayern zu.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.