Noémie Keren und Margot Sokolowska zu Gast im Oberpfälzer Künstlerhaus - Offene Studios
Venus und die Waschmaschine

Lokales
Schwandorf
21.05.2015
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Seit dem 24. April arbeiten im Oberpfälzer Künstlerhaus zwei junge Künstlerinnen aus Frankreich. Die Ergebnisse ihrer intensiven Arbeit präsentieren sie Interessierten bei einem "Tag des Offenen Studios" am Sonntag, 24. Mai, zwischen 11 und 17 Uhr.

Noémie Keren und Margot Sokolowska leben in Bordeaux, arbeiten in einer Künstlerkolonie in Pujols. Gemeinsam mit der Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, Andrea Lamest, und dem zweiten Vorsitzenden des Künstlerhaus-Fördervereins, Clemens Mayer, zeigten sie ihre ersten Schwandorfer Arbeiten während einer Pressekonferenz.

Moderne und Mythologie

Beide Künstlerinnen gehen in verschiedener Weise mit ihren Eindrücken um, setzen die Empfindungen individuell um. Die 23-jährige Noémie Keren schloss ihr Studium an der Kunsthochschule Bordeaux 2014 ab. Sie versucht, in ihren Arbeiten die moderne Welt mit ihren technischen Möglichkeiten und ihrer Fragwürdigkeit mit der Historie, der Mythologie zu verbinden. In Schwandorf erarbeitete sie in vielfältiger Form die Moderne, repräsentiert durch eine Waschmaschine, verknüpft sie mit der Mythologie, die sie durch die Figur der Venus darstellt. Mit ihren Installationen will sie neue Blickwinkel auf die moderne Welt entwickeln. So schuf sie in der Werkstatt des Künstlerhauses eine Venus, die sie mit Waschpulver auf den Betonboden streute.

Der Kirwabaum

Ihr Ziel ist dabei, auf die Gegensätzlichkeit in den modernen Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Waschmittel reinigt, verschmutzt die Umwelt dabei zugleich durch die im Waschmittel enthaltenen Chemikalien. Ein Gegensatz, der irgendwann in der Zukunft aufgehoben werden muss, will die moderne Technik Bestand für die Menschen haben wie mythische Figuren wie die Venus.

Margot Sokolowska ist gebürtige Polin, stammt aus Lodz. Geprägt ist sie von ihrer Heimatstadt, die sich unter polnischen, russischen, jüdischen und deutschen Kultureinflüssen entwickelt hat. Sie studierte Kunst mit den Schwerpunkten Malerei und künstlerische Fotografie an der Kunstakademie Lodz. Seit vielen Jahren lebt die Vierzigjährige in Frankreich, wie Noémie Keren arbeitet sie in der Künstlerkolonie Pujols. Ihre Arbeit in Schwandorf zeigt ihr Eintauchen in den Ort, an dem sie sich aufhält.

In Fronberg, nahe des Künstlerhauses, fiel ihr der Kirwabaum auf. Sie adaptierte ihn, reduzierte ihn auf wenige Formen, reproduzierte ihn mit unterschiedlichen Techniken. Ob als Installation mit bemalten Autoreifen und einer Leuchtröhre, als Zeichnung oder Monotypie, immer ist der Baum, der bei ihr im Titel zum "My-Baum" wird, erkennbar.
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