"Oberer Bayerischer Wald": Ausnahmen auch bei Nittenau möglich - Bezirk betreibt ...
Windräder im Naturpark nicht tabu

Lokales
Schwandorf
14.01.2015
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Die Windkraft-Pläne des Bezirks Oberpfalz tangieren auch den Landkreis Schwandorf. Er möchte im Landschaftsschutzgebiet "Oberer Bayerischer Wald" Ausnahmezonen einrichten, in denen der Bau von Windrädern zulässig werden soll. Von den 19 rein aus naturschutzfachlicher Sicht möglichen Bereichen befinden sich vier nördlich und südlich von Nittenau auf dem Gebiet des Landkreises Schwandorf.

Das Landschaftsschutzgebiet umfasst eine Fläche von etwa 148 000 Hektar und erstreckt sich überwiegend auf den Kreis Cham. Im Landkreis Schwandorf liegen nur rund 17 400 Hektar. Diese Fläche verteilt sich fast ausschließlich auf die drei Kommunen Nittenau, Bruck und Bodenwöhr. Marginal tangiert sind noch Wackersdorf und Neukirchen-Balbini.

Ziel des Bezirks ist es, mit einer Zonierung auch innerhalb des Schutzgebietes Raum zur Nutzung der Windenergie zu schaffen, ohne dass dabei die eigentliche Schutzwirkung verloren geht. Anders als der Kreis Schwandorf entschied sich der Bezirk für eine Begutachtung und Kartenarbeit durch externe Fachleute. Er schaltete das Planungsbüro Blum aus Freising ein, welches das Schutzgebiet in Ausnahme- und Tabuzonen für Windkraft unterteilte. Gemachte Sichtbarkeitsanalysen und Visualisierungen zeigen die mögliche optische Wirkung auf. Dabei kam heraus, dass in den möglichen Ausnahmezonen gebaute Anlagen durchaus zum Teil von Nittenau und Fischbach/Reuting aus zu sehen wären. Ob sie jemals gebaut werden, hängt allerdings nicht allein vom Naturschutz ab. Entscheidend wird auch sein, ob die Gebiete in diesen Zonen durch die kommunale Flächennutzungsplanung oder den betreffenden Regionalplan aktiviert werden.

Abstände verringern Eignung

Dem vorliegenden Konzept für den Oberen Bayerischen Wald stimmte der Kreistag zu. Die Unterlagen, die auch am Landratsamt in Schwandorf auslagen und dort nach Angaben der zuständigen Abteilungsleiterin nur auf geringes Interesse stießen, sehen vor, dass im Landschaftsschutzgebiet rund 16 000 der 148 000 Hektar für die Windkraft geeignet wären. Das entspricht einer Quote von stattlichen 10,8 Prozent. Das Büro Blum nahm deshalb eine Plausibilitätsprüfung vor und verschnitt die geplanten Windkraftzonen mit den immissionsschutzrechtlich notwendigen Abständen zur schutzwürdigen Wohnbebauung. Das relativierte das Bild: Die Quote sank auf etwa drei Prozent (rund 4000 Hektar). Zum Vergleich: Der Landkreis Schwandorf hatte den Naturpark "Oberpfälzer Wald" zoniert. Nur 0,74 Prozent der 55 000 Hektar großen Schutzzone konnten hier für die Windenergie freigegeben werden.
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