Oberpfälzer Rindermäster beklagen zunehmenden Druck auf die Preise
Schmerzgrenze ist erreicht

Lokales
Schwandorf
27.02.2015
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Die deutschen Rindermäster geraten durch die Russlandkrise zunehmend unter Druck. Weil für die polnischen Züchter der russische Markt weitgehend weggebrochen sei, würden diese jetzt verstärkt Italien beliefern und damit den deutschen Erzeugern Konkurrenz machen, gab Vorsitzender Johann Dechand (Hemau) bei einer Versammlung des "Fleischerzeugerrings Oberpfalz", Sparte Rindermast, am Mittwoch im Tierzuchtzentrum zu verstehen. Die polnischen Erzeugnisse seien günstiger als die deutschen. Dabei sei für die 80 Ringmitglieder der Oberpfalz die "wirtschaftliche Schmerzgrenze" erreicht, betonte stellvertretender Vorsitzender Hans-Werner Weißlein (Illschwang). Noch mehr Abstriche könne der Oberpfälzer Rindermäster nicht hinnehmen.

Steigende Futterkosten und sinkende Erzeugerpreise hätten die Wirtschaftlichkeit der Rindermast in den letzten Monaten um 60 Prozent sinken lassen. Mit einem aktuellen Kilopreis von 4,10 Euro brutto komme der Rindermäster nicht zurecht, wünschenswert wäre ein Preis von 4,50 Euro. Eine schlechte Schlachthofstruktur in der Oberpfalz, stagnierender Fleischverzehr in der Bevölkerung und der wachsende Druck der Lebensmittelketten würden die Situation zusätzlich verschärfen, betonte Josef Zwickl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Erding. Johann Dechand wurde bei den Neuwahlen im Amt bestätigt. Dem Ausschuss gehören zweiter Vorsitzender Hans-Werner Weißlein (Illschwang), Wolfgang Plötz (Pitzling/Cham), Robert Eichenseer (Neuhaid/Neumarkt), Heinrich Landgraf (Neumeierhof/Neustadt/Waldnaab), Martin Birzer (Krumbach/Schwandorf) und Hermann Prölß (Steinbühl/Tirschenreuth) an.
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