Obhut für neun Jugendliche

Lokales
Schwandorf
21.06.2015
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850 000 Euro investierte die "Katholische Jugendfürsorge" der Diözese Regensburg in die Errichtung eines Wohnheimes für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf. Der Träger der Einrichtung mit neun Plätzen geht finanziell in Vorleistung.

Er amortisiert die Investitionskosten mit Mitteln, die der Landkreis für die Betreuung der Jugendlichen zur Verfügung stellt. Am Samstag erfolgte die Einweihung des Hauses an der Georg-Schambeck-Straße in Ettmannsdorf. Das Jugendamt hatte einen Bedarf an Wohnheimplätzen für Jugendliche mit körperlichen, geistigen und psychischen Defiziten festgestellt und die "Katholische Jugendfürsorge" mit der Trägerschaft beauftragt.

Direktor Michael Eibl hat bereits Erfahrung mit Wohngemeinschaften für "heilpädagogische Jugendgruppen" in anderen Städten der Oberpfalz und weist auf das Prinzip der Subsidiarität hin, wonach die Kommune heilpädagogische Maßnahmen an freie Träger delegiere. Otto Storbeck, Leiter am "Haus des Guten Hirten", nennt das Ziel der pädagogischen Betreuung: "Die Jugendlichen sollen zu einem eigen bestimmten Leben befähigt werden". Der Träger schuf 4,5 Planstellen und stellte Sozialarbeiter mit spezieller Ausbildung in Heilpädagogik ein.

Bis zu neun Jugendliche, die meist aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, wohnen hier zusammen und bestreiten den Alltag. Tagsüber sind sie in der Ausbildung, abends und an den Wochenenden gestalten sie gemeinsam die Freizeit. Jeder Bewohner hat ein eigenes Appartement und kann zusätzlich die Gemeinschaftsräume nutzen.

Neben neun Wohnungen für langfristige Nutzer enthält das Gebäude auch zwei sogenannte Obhutannahme-Zimmer. Greift die Polizei in der Nacht Jugendliche auf, die nirgendwo unterkommen können, dann nimmt sie die Wohngemeinschaft kurzfristig auf. Die ersten Jugendlichen sind im Frühjahr eingezogen. Den Tagessatz handelt die "Katholische Jugendfürsorge" mit dem Jugendamt aus. Er müsse so hoch liegen, so Direktor Eibl, "dass wir das Personal bezahlen und die Investitionskosten langfristig refinanzieren können". Weitere 150 000 Euro sind für die Gestaltung der Außenanlagen eingeplant, so dass sich die gesamte Investitionssumme auf eine Million Euro belaufen wird. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Politik und Behörden segnete der Vorsitzende der Katholischen Jugendfürsorge, Prälat Dr. Josef Schweiger, die Räume der Einrichtung .
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