Öffentlichkeit als Schutz

Bei der Wahl wurde Barbara Beck (Vierte von rechts) als Sprecherin bestätigt. Stellvertreterin ist Ingrid Passarello (links). AI-Mitglied und Altlandrat Hans Schuierer (rechts) appellierte an die Menschen, die Anliegen von Amnesty zu unterstützen. (Bild: Mayer)
Lokales
Schwandorf
09.10.2014
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Gräueltaten in Syrien und im Irak bestimmen zurzeit die Schlagzeilen. Mord und Folter sind aber nicht nur in den derzeitigen Krisenregionen an der Tagesordnung. Amnesty International prangert dies an und setzt sich für bedrohte Menschen ein. Dabei gibt es immer wieder Erfolge.

Die Amnesty-Kreisgruppe machte bei der Jahresversammlung am Mittwochabend in der "Schwefelquelle" ihre Bilanz auf. Sie war gekennzeichnet von den Aktivitäten vor Ort und bot gleichzeitig eine Bestandsaufnahme der weltweit schlimmen Zustände. Fest steht: Die Menschenrechte werden in vielen Ländern buchstäblich mit Füßen getreten.

Die Petitionslisten

Es macht Sinn, dies immer wieder ins Gedächtnis der Öffentlichkeit zu rufen und die Menschen zu bitten, Briefe zu schreiben oder Petitionslisten zu unterzeichnen. In rund einem Drittel der Fälle haben diese weltweiten Amnesty-Aktionen Erfolg.

Sprecherin Barbara Beck listete die Aktivitäten der AI-Kreisgruppe auf. Sie reichten von Infoständen über die Nofretete-Malaktion für Ägypten und eine Filmvorführung bis hin zur Teilnahme an Weihnachtsmärkten und der Gestaltung einer Unterrichtsdoppelstunde am Schwandorfer Gymnasium. Im Mittelpunkt stand meistens das Sammeln von Unterschriften für akute Fälle. Den Unterzeichnern dankte Beck für ihren Beitrag, weltweit das Leben von Personen zu retten, die - ihrer Menschenrechte beraubt - der Willkür von Staat, Justiz und Polizei ausgesetzt sind. Um die Arbeit zu koordinieren, treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu Gruppensitzungen.

Dass die briefliche Intervention etwas bringt, dokumentierte Edgar Haegele anhand des russischen Aktivisten Mikhail Kosenko. Bei einer Demo festgenommen, wurde der Menschenrechtsaktivist in die Psychiatrie eingeliefert. Amnesty initiierte einen Briefmarathon. Kosenko ist zwischenzeitlich wieder auf freiem Fuß, das Gerichtsurteil gegen ihn hat jedoch Bestand. Die Kreisgruppe arbeitet seit geraumer Zeit zu zwei Langzeitfällen.

Gegen die Folter

Zum einen handelt es sich dabei laut Haegele um die Friedensgemeinde San José de Apartado in Kolumbien, die sich 1997 zur strikten Neutralität im Konflikt zwischen Staatsmacht und Paramilitärs sowie der Guerilla verpflichtete. Rund 200 der 1350 Bewohner dieser Gemeinde kamen zwischenzeitlich ums Leben. Der einzige Schutz für die gequälten Menschen dort sei die Weltöffentlichkeit, betonte der Sprecher. Im zweiten Fall geht es um den iranischen Rechtsanwalt für Menschenrechte Abdolfattah Soltani. Er wurde im Juni 2012 zu 13 Jahren Haft verurteilt und leidet an mehreren Krankheiten. Amnesty fordert seine sofortige Freilassung. Edgar Haegele verwies noch auf die weltweite Anti-Folter-Kampagne, mit der auch die Kreisgruppe die nächsten beiden Jahre befasst sein wird. Zwar hätten 150 Staaten die Konvention zwischenzeitlich ratifiziert, die Realität sehe in vielen Ländern jedoch ganz anders aus.

Nach dem Kassenbericht wurde das Führungsgremium neu gewählt. Sprecherin bleibt Barbara Beck, ihre Stellvertreterin ist Ingrid Passarello. Als Kassier fungiert Christoph Beck, Zeichnungsberechtigte sind Kurt F. Stangl und Martin Fischer.
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