Ohne Schnee, aber mit Traditionen

Alle Jahre wieder: Die "Stamm"-Trachtler führten auf dem Schwandorfer Marktplatz den Sterntanz auf. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
27.12.2014
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Ein ruhiges Weihnachtsfest im Grünen ist vorüber. Im Landkreis dominierten die kirchlichen Anlässe. Die Marterlgemeinde im Taxölderner Forst erhob ein weiteres Mal den Zeigefinger.

(am/my/mp/rid) Zum 54. Mal zeigte eine Gruppe des Heimat- und Trachtenvereins Stamm am Heiligen Abend auf dem Schwandorfer Marktplatz den traditionellen "Sterntanz" und formierte sich am Ende zum Schriftzug "Weihnachten 2014". Die Bläser Anika Krottenthaler und Johannes Klatt stiegen auf den Kirchturm St. Jakob und begrüßten das "Christkind" mit weihnachtlichen Klängen. Mit dem Lied "Zu Bethlehem geboren" stimmten sie Kinder und Erwachsene auf die bevorstehende Bescherung in den Familien ein. Auf dem Marktplatz spielte die Jugendblaskapelle der Volkshochschule unter der Leitung von Bernhard Kerschner weihnachtliche Weisen und begleitete die "Trachtler" beim Sterntanz.

Eine musikalische Tradition blieb auch in Nabburg aufrecht erhalten. Nach der Christmette traf sich die Jugendblaskapelle beim Stadtbrunnen, um das "Christkindl anzublasen".

Wie in vielen Kirchen, so blieb auch in der Pfarrkirche in Oberviechtach keine Bankreihe frei, sowohl bei der Kindermette als auch bei der Christmette. Buben und Mädchen durften mit Strohhalmen die Krippe vor dem Altar auspolstern. In seiner Festpredigt nahm Kaplan Konrad Maria Ackermann Stellung zur Kritik, Weihnachten sei verkitscht, kommerzialisiert oder zu einem "weltfremden Familienidyll" geworden.

In der Christmette in Neunburg vorm Wald ging Diakon Uli Wabra auf das vertraute Geschehen ein, das Krippen-Darstellungen vermitteln. Ganz so ruhig und friedlich aber sei es in der Heiligen Nacht damals nicht gewesen. Maria und Josef hatten auf ihrer Herbergssuche nur eine Unterkunft im Stall gefunden, und auch die Hirten mussten sich im Dunkeln auf die Suche nach dem neugeborenen Kind machen. Sie alle seien unterwegs und fänden erst an der Krippe ihren Platz.

Festliche Weihnachtsmusik von Chören und Orchestern bereicherte die Metten in der Kreisstadt Schwandorf. Im Marienmünster auf dem Kreuzberg nahm Pater Francis in seiner Predigt das ständige Streben nach materiellem Überfluss ins Visier und warnte vor den negativen Folgen für die Seele. Am Heiligen Abend versammelte sich auch die Marterlgemeinde beim Mahnmal im Taxölderner Forst. Pfarrer Joachim Kendzia verwies auf die besondere Botschaft der Heiligen Nacht und appellierte, sie im täglichen Leben umzusetzen.

Über einen kulturellen Leckerbissen freuten sich am Abend des zweiten Feiertages die Besucher in der Pfreimder Stadtpfarrkirche. Vor Hunderten von Zuhörern gab dort die Sängerin Brigitte Traeger ein Weihnachtskonzert und bescherte ihrem Publikum einen fröhlichen wie besinnlichen Festausklang (Bericht folgt). (Innenteil)
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