Ostbayernring: Bei Bürgerbeteiligung bilden sich zwei Lager zur Verlagerung der Stromtrasse ...
Raus aus der Mulde oder auch nicht

Umweltplanerin Dr. Monika Marzelli und Tennet-Projektleiter Alfred Reim (hinten, von rechts) waren dicht umringt von Interessenten, die Fragen zu den bisher erarbeiteten Trassenkorridore hatten. Auch Stadtrat Manfred Schüller (links) war unter den Gästen. Bilder: Hösamer (2)
Lokales
Schwandorf
12.02.2015
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Bei der Bürgerbeteiligung zum Neubau der Höchstspannungsleitung "Ostbayernring" kristallisieren sich zwei Lager heraus: Vor allem Ettmannsdorfer und Krondorfer sähen es gerne, wenn die Masten aus der Flutmulde verschwinden würden. Die Anlieger aus dem Stadtwesten auf dem Egidienberg und am Kreither Forst sehen das anders. Eine weitere Zerschneidung der Landschaft solle verhindert werden.

Keine leichte Aufgabe für die Planer des Netzbetreibers "Tennet" und der beauftragten Büros. Projektleiter Alfred Reim und Bürgerreferentin Ina Haffke erläuterten bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch im Piusheim noch einmal den Sachstand. Etwa die Hälfte der rund 100 Gäste war erstmals dabei. Die Tennet-Vertreter erteilten kursierenden Gerüchten, die Trasse für den Ostbayernring sei längst festgelegt, eine eindeutige Absage. Tennet werde bei der Einreichung der Anträge bei der Raumordnungsbehörde (Regierung der Oberpfalz) auch keine der vorgeschlagenen Korridore favorisieren.

Besonders Anlieger aus der Wöhrangerstraße, die nur wenige Meter neben der bestehenden Stromleitung verläuft, befürchten durch den Ersatzneubau, der eine höhere Leistung als die bestehende Leitung haben wird, eine stärke elektromagnetische Belastung, ebenso mehr Lärm durch das Prasseln der Kabel bei bestimmtem Wetter. Durch neue Technik würden die Kabel zwar leiser, sagte Reim, lautlos werden sie aber nicht. Die Grenzwerte müssten aber eingehalten werden, gleiches gilt für die elektrischen Felder.

Nicht über höchsten Punkt

Eine der Korridore, die in der Bürgerwerkstatt und vom Trassenuntersuchungsteam erarbeitet wurden, hat Planerin Dr. Monika Marzelli vom Institut "Ifuplan" bereits von der weiteren Untersuchung ausgeschlossen. Sie wäre exakt über den höchsten Punkt des Egidienbergs verlaufen. Die etwa 60 bis 70 Meter hohen Masten wären weithin sichtbar. Aus raumordnerischer Sicht habe dieser Verlauf kaum eine Aussicht auf Genehmigung. Die übrigen Vorschlagskorridore laufen weiter westlich, zum Teil entlang der Gasleitung durch den Kreither Forst und dann mit mehreren Varianten weiter Richtung Mathiaszeche. Endpunkt für alle Trassen ist das Umspannwerk beim ehemaligen Bayernwerk am Ortsrand von Büchelkühn.

Das Gebiet im äußersten Stadtwesten sei noch nicht entsprechend kartiert, sagte Marzelli. Es müssen erst alle Schutzgüter wie die genaue Lage von Wohnhäusern, mögliche Schutzgebiete und andere Kriterien, die einen Leitungsbau einschränken würden, ergründet werden. "Es dauert, bis wir die Daten haben," sagte sie. Deshalb werde die Vorstellung der Korridore mit allen Vor- und Nachteilen auch erst im Juni stattfinden können, ergänzte Bürgerreferentin Haffke. Die Tennet-Mitarbeiter sammelten am Mittwoch erneut Anregungen und Kritik. Aus den Gruppen ergaben sich mehrere Hinweise, unter anderem zur Wohnnutzung in einem Gewerbegebiet östlich der Flutmulde.

Weiter Anregungen gefragt

Die Schwandorfer sind weiter aufgerufen, Kritik und Anregungen mitzuteilen. Ansprechpartnerin bei Tennet ist Ina Haffke (Telefon 0921 50740-4070, Mobil 0151 422 46 910 oder per Mail an die Adresse: ina-isabelle. haffke@tennet.eu). Der Ostbayernring ist eine 185 Kilometer lange Höchstspannungsleitung von Redwitz in Oberfranken bis nach Schwandorf. Im Wege des Ersatzneubaus wird er für eine höhere Leistung ausgelegt. Die neue Leitung verläuft weitgehend parallel zur bestehenden. In Schwandorf ist das wegen der Nähe zur Bebauung schwierig. Die alte Leitung wird nach der Inbetriebnahme der neuen abgebaut.
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