"Ostbayernring" eckt an

In Ettmannsdorf rücken die Stromleitungen nahe an die Wohnbebauung heran. Dort ist kein Platz für zusätzliche Masten. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.01.2015
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Der Neubau für den "Ostbayernring" - die Stromtrasse von Franken nach Schwandorf - sorgt für Unruhe beim Bauernverband. Geschäftsführer Josef Wittmann forderte die Mitglieder auf, sich einzumischen. Genau das erwarten die Planer von den Landwirten auch.

In die Diskussion um die geplante Stromtrasse vom oberfränkischen Redwitz nach Schwandorf schaltet sich jetzt auch der Bayerische Bauernverband ein. Kreisgeschäftsführer Josef Wittmann informierte die 40 Mitglieder, die am Montag in die "Ziegelhütte" gekommen waren, in einer internen Veranstaltung und bereitete sie auf die "Bürgerwerkstatt" vor, die der Netzbetreiber Tennet ab Freitag im Piusheim einrichten möchte.

Der BBV-Vertreter forderte die Grundstücksbesitzer rund um Ettmannsdorf und Irlaching auf, sich in die Debatte um die Trassenführung einzumischen und ihre Bedenken zu äußern. Vor allem im Siedlungsbereich von Ettmannsdorf sieht Josef Wittmann "neuralgische Punkte". An dieser Stelle sei kein Platz für weitere Masten vorhanden. Der Betreiber solle sich deshalb an den Engstellen um "Bypass-Lösungen" bemühen, so der Vorschlag des BBV-Geschäftsführers. In einer ersten Vorstellungsrunde des Projekts im Oktober hatte Tennet bereits klargestellt, dass ein Parallelbau beispielsweise durch die Flutmulde in Ettmannsdorf aus Platzgründen nicht infrage kommt.

Der Bauernverband versteht sich als Anwalt der Grundeigentümer und erwartet von den Planern, die Eingriffe in die Felder und Wälder so gering wie möglich zu halten. Kein Verständnis hat Josef Wittmann, "wenn die naturgeschützten FFH-Gebiete aus der Trassenführung herausgenommen werden". Die Landwirte dagegen sollten ihren Grund und Boden zur Verfügung stellen.

Sorge ums Landschaftsbild

Als wenig zielführend erscheint dem Verband die Ausweichroute von Irlaching über Kreith zum Ägidiberg. "Die 70 Meter hohen Masten würden das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigen", ist Josef Wittmann überzeugt. Dieses Gebiet sei zudem "mit Versorgungsleitungen genug geschlagen". Vertreter des Netzbetreibers Tennet hatte der Bauernverband zu diesem ersten Informationsaustausch bewusst nicht geladen. Den Kontakt zu ihnen wollen sie am Freitag bei der öffentlichen Veranstaltung im Piusheim herstellen. Josef Wittmann kritisierte allerdings den Termin um 17 Uhr. "Um diese Zeit stehen unsere Leute gewöhnlich im Stall", gab der BBV-Vertreter zu bedenken. Die Veranstaltung dauert allerdings bis 22 Uhr.

Wie berichtet, plant der Netzbetreiber auf einer Strecke von 185 Kilometern einen Ersatzneubau für den Ostbayernring. Beim Bürgerdialog sollen die Bürger Gelegenheit bekommen, sich Informationen über das Projekt einzuholen und an das Unternehmen Anregungen weiterzugeben, sich also aktiv an der Planung beteiligen. Ziel sei ein "möglichst konfliktarmer Trassenverlauf", so Tennet in der Pressemitteilung. Die Beteiligung läuft schon weit im Vorfeld des Raumordnungsverfahrens, in dem unter Federführung der Regierung der Oberpfalz die verträglichste Trasse ermittelt werden soll.

Team-Arbeit

Schwandorf gilt als ein neuralgischer Punkt. Die Ersatztrasse soll weitgehend neben der bestehenden gebaut werden. In der Flutmulde in Ettmannsdorf ist das nicht möglich, auch in Irlaching liegt die bestehende Leitung nah an der Wohnbebauung. Deshalb will Tennet sogenannte Trassenuntersuchungsteams bilden, die die Planungen des Netzbetreibers kritisch begleiten und Vorschläge unterbreiten sollen.
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