Partner im Palliativ-Netzwerk unterzeichnen Charta am Landratsamt - Info-Abend zu medizinischen ...
Menschen ein Sterben in Würde ermöglichen

Die Palliativ-Netzwerkpartner unterzeichneten die gemeinsame Charta der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und der Bundesärztekammer. Sitzend Landrat Thomas Ebeling und Chefarzt Dr. Christoph Balzer. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
22.04.2015
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Im Landkreis gründete sich im vergangenen Jahr ein Palliativ-Netzwerk mit dem Ziel, unheilbar kranken Patienten ein menschenwürdiges Lebensende zu ermöglichen. Am Dienstag trafen sich die acht Partner im Landratsamt und unterzeichneten die gemeinsame Charta der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und der Bundesärztekammer.

Die Angst nehmen

Die zentrale Botschaft der Urkunde lautet: "Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen". Die Charta deckt fünf Themenbereich ab: Ethik und Recht, Versorgungsstrukturen, Aus- und Fortbildung, Forschung und Globalisierung. Die Leiterin der Seniorenfachstelle, Evi Seitz, geht von jährlich 1000 sterbenden Patienten im Landkreis aus, "die sich eine palliative Begleitung wünschen". Aber nur ein Bruchteil könne versorgt werden. Birgit Wölker von der Caritas-Hospizinitiative nennt drei Ziele der Netzwerkarbeit: dem Patienten die Würde erhalten, ihm die Angst vor dem Tod nehmen und der Forderung nach Töten auf Verlangen entgegenwirken. Dr. Wolfgang Laaths, Vorsitzender des Hospizvereins, und seine Mitarbeiterin Michaela Koller, sehen sich als Ergänzung zur medizinischen Betreuung und wollen "die seelischen Leiden lindern". Monika Kagerer und Juliane Schießl-Götz vom Verein "Pallicura" bemühen sich um Strukturen zur häuslichen Versorgung der schwerstkranken Patienten. Denn jeder Mensch habe ein Recht auf bestmögliche medizinische und spirituelle Begleitung in den eigenen vier Wänden. Auch das Johannes-Hospiz, vertreten durch Sabine Sudler, entwickelt Versorgungsstrukturen rund um die Uhr.

Die Rolle des Hausarztes

Dr. Karin Klier vom Ärztlichen Kreisverband betonte die Bedeutung des Hausarztes, der zu seinen Patienten über Jahre hinweg ein Vertrauensverhältnis aufbaue und ihn auch in der letzten Lebensphase begleite. Chefarzt Dr. Christoph Balzer bringt die medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse ein. Er kündigte für den 28. April um 18 Uhr im St.-Barbara-Krankenhaus einen Info-Abend zur Palliativ-Medizin an. Dr. Albert Pronath von der Asklepios-Klinik Burglengenfeld wünscht sich mehr Infos zu ethischen, sozialen und religiösen Fragen. Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Maximilian Kühnel, will die Leitgedanken der Charta im Sinne der Globalisierung über die Landesgrenzen hinaustragen.
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