Pater referiert bei der KEB über den "Weg zur Heiligkeit" - Gegen die Gier nach irdischen Gütern
"Die Liebe erträgt alles in Geduld"

Pater Gabriel Buchinger CP warnte in seinem Vortrag auch vor Hochmut. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
26.01.2015
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Pater Gabriel Buchinger trägt das Passionszeichen an der Brust seines Gewandes. Das herzförmige Emblem soll, für alle sichtbar, an das Leiden Jesu Christi erinnern. Der Ordensmann hat sich der "Congregatio Passionis" (CP), der "Kongregation vom Leiden Christi" angeschlossen, die auf den Gründer, den "Heiligen Paul vom Kreuz" (1694 -1775), zurückgeht. Heute leben weltweit 2000 Passionisten in 400 Niederlassungen.

Zu den Ordensstandorten gehört auch das Kloster Miesberg in Schwarzenfeld. Von dort kam Pater Gabriel Buchinger am Donnerstag auf den Kreuzberg nach Schwandorf, um bei einer Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) den rund 30 Zuhörern den "Weg zur Heiligkeit" zu weisen.

Heilig zu leben, habe nichts mit Perfektionismus zu tun, betonte der Geistliche. Es bedeute vielmehr, ein gewöhnliches christliches Leben zu führen und zu den täglichen Widrigkeiten des Lebens "ja" zu sagen. Wer sich dem Hochmut hingebe, den hole Gott schnell auf den Boden der Realität zurück. Wenn Gabriel Buchinger von den Heiligen als "den Kapitalisten der Gnade" spricht, dann meint er damit nicht die Gier nach irdischen Gütern, sondern das Streben nach "virtuellen Gaben für den Herrn". Die Gnade bedürfe allerdings des eigenen Mittuns, es gebe sie nicht geschenkt, betonte der Ordensmann. Ein Christ müsse über seinen Schatten springen und dürfe keine "faulen Kompromisse" eingehen, wenn er die "Freude der Seligpreisungen" genießen möchte.

"Heiligkeit hat nichts zu tun mit großen Werken", machte der Referent deutlich. Es komme vielmehr auf die Liebe an, mit der man etwas tue. Für Pater Gabriel Buchinger ist wenig zielführend, "glaubensferne Menschen" evangelisieren zu wollen. Wer dem anderen vielmehr mit Liebe begegne, wecke in ihm die Neugierde und verleite ihn zu der Frage: "Woher nimmt der Mensch die Kraft zu dieser Nächstenliebe". Dann ließe sich die Botschaft Jesu leicht vermitteln.

Der Mönch beruft sich auf den Apostel Paulus und dessen Deutung der mitmenschlichen Zuwendung, die er den Christen auf dem Weg zur Heiligkeit ans Herz lege. Die Liebe sei nicht neidisch und eifersüchtig, blähe sich nicht auf, sei nicht ehrgeizig und ertrage alles in Geduld. In diesem Sinne entließ der Pater die Zuhörer in den Alltag und ermunterte sie, dort "ihre Gnade zu verströmen".
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