Patientenforum am Krankenhaus St. Barbara beschäftigt sich mit Frauengesundheit
Tabu-Themen offen ansprechen

Dr. Susanne Merl (rechts), Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara und die Leitende Oberärztin Barbara Knortz informierten die Besucherinnen über die Behandlungsmöglichkeiten bei Myomen, Zysten und Harninkontinenz. Bild: hfz/Seitz
Lokales
Schwandorf
31.03.2015
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Jede dritte Frau hat in ihrem Leben vom Gynäkologen bereits die Diagnose Myom oder Zyste erhalten. Schätzungen zufolge leidet zudem jede vierte Frau nach einer Entbindung vorübergehend sowie mehr als jede dritte Frau über 60 Jahre an Harninkontinenz - im Volksmund auch Blasenschwäche genannt. Beim Patientenforum Frauengesundheit haben sich Dr. Susanne Merl, seit Januar Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara, und Leitende Oberärztin Barbara Knortz dieser Themen besonders angenommen. Das teilte die Klinik mit.

Myome sind laut Dr. Merl Geschwülste, die aus den Muskelzellen der Gebärmutter bestehen und die am häufigsten auftretende Form gutartiger Tumore bei Frauen. Deren Auftreten ist abhängig vom weiblichen Hormonspiegel. "Überwiegend treten Myome zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr auf", berichtete die Chefärztin. Solange ein Myom keine Beschwerden verursacht, wird es oft nur zufällig entdeckt. Zumeist muss es auch nicht behandelt, sondern nur regelmäßig kontrolliert werden. Eine solche Geschwulst kann jedoch die Ursache für eine verstärkte oder verlängerte Regelblutung sowie für Zwischenblutungen sein. In Einzelfällen verursachen sie auch heftige Schmerzen während der Menstruation. Bei der Behandlung steht ein breites Spektrum von medikamentös über operativ bis hin zu neueren Verfahren zur Verfügung. Nur im Extremfall muss die Gebärmutter entfernt werden.

Im Gegensatz zu einem Myom ist eine Zyste ein Hohlraum im Gewebe des menschlichen Körpers, der mit Luft, Gewebeflüssigkeit, Harn, Blut oder Eiter gefüllt sein kann. Bei Frauen werden Zysten häufig in den Eierstöcken, seltener auch in der Gebärmutter diagnostiziert. Wie bei Myomen handelt es sich auch dabei um eine gutartige Geschwulst, die zumeist durch eine Hormonstörung hervorgerufen wurde. Zysten machen sich zum Beispiel durch Blutungsstörungen, Verstopfungen, Beschwerden beim Wasserlassen oder einseitige Schmerzen im Unterbauch bemerkbar. Zumeist bilden sie sich innerhalb weniger Wochen von allein zurück, informierte die Chefärztin. Falls nicht, würden Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille eingesetzt. Erst nach einer erfolglosen Behandlung wird eine Zyste unter Umständen operiert.

Abschließend sprach die Leitende Oberärztin Barbara Knortz vor den zahlreichen Besucherinnen über das Tabuthema Harninkontinenz und erfolgreiche Behandlungswege. Zusammengefasst gibt es zwei Gründe, weshalb Frauen doppelt so häufig von Blasenschwäche betroffen sind wie Männer: anatomische und hormonelle Unterschiede. So ist die Stütz- und Haltefunktion des weiblichen Beckenbodens sehr viel stärker beansprucht, weil Frauen ein breiteres Becken haben als Männer. Laut Barbara Knortz gibt es fünf unterschiedliche Formen von Harninkontinenz. Dementsprechend vielfältig sind auch die Therapieoptionen, die vom Blasen- oder Beckenbodentraining unter Anleitung eines Physiotherapeuten und der Östrogentherapie bis hin zum (vorübergehenden) Einsetzen eines Katheters reichen. Auch eine Elektrotherapie kann Sinn machen. Hierbei werden die Beckenmuskeln passiv durch schmerzlose elektrische Impulse trainiert. Erst wenn alle nicht-operativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, werde ein operativer Eingriff erwogen.
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