Patientenforum am Krankenhaus St. Barbara - Problem weit verbreitet
Sprunggelenk im Blick

Die beiden Sportmediziner Dr. Horst Schneider (rechts) und Nico Stirn informierten beim Patientenforum über Therapiemöglichkeiten bei verletzten Sprunggelenken. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
07.10.2014
7
0
"Dem Sprunggelenk nach Unfällen und Verschleiß wieder auf die Sprünge helfen", hieß das Thema des Patientenforums im St. Barbara-Krankenhaus. Chefarzt Dr. Horst Schneider und Leitender Oberarzt Nico Stirn informierten die Besucher am Montag über Therapiemöglichkeiten.

Die Sportler kennen das Problem: Bei schnell wechselnden Bewegungsabläufen ist die Gefahr des Umknickens groß. Gezerrte, gedehnte oder gar gerissene Bänder seien oft die Folge, so der Unfallchirurg und Sportmediziner Dr. Horst Schneider. Aber auch ein Spaziergänger könne eine Unebenheit im Boden übersehen und umknicken, Jede fünfte Sportverletzung betreffe das Sprunggelenk.

Achtsamkeit geboten

Die Referenten gingen aber nicht nur auf Bandverletzungen ein. Auch Knorpelschäden, Knochenbrüche, Arthrose im Sprunggelenk und der Gelenkersatz standen im Fokus ihres Vortrages. Das obere Sprunggelenk liege in Höhe der Knöchel und werde aus Schien-, Waden- und Sprungbein gebildet. Damit könne der Fuß gehoben und gesenkt werden. Das untere Sprunggelenk bestehe aus dem Sprungbein und dem Fersenbein. Es ermögliche das Heben der Außen- und der Innenseite des Fußes. Entdeckt der Patient nach einem Unfall oder einer Überlastung Schwellungen oder einen Bluterguss im Knöchelbereich, "ist Achtsamkeit geboten", sagte Leitender Oberarzt Nico Stirn. Treten starke Schmerzen am Außen- oder Innenknöchel auf, die das Gehen oder Stehen unmöglich machten, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden. Gleiches gelte, "wenn Beschwerden rund um den Knöchel nicht innerhalb von drei Tagen wieder verschwinden". Um bei einer starken Schwellung des Knöchels eine eindeutige Diagnose stellen zu können, veranlasse der behandelnde Arzt eine Röntgenuntersuchung. Diese verschaffe Klarheit bei Verdacht auf einen Bruch. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) rücke Bänderrisse oder weitere Verletzungen des Knorpels oder der Knochen ins Bild, so Dr. Nico Stirn. Mittels Ultraschall ließen sich Sehnenverletzungen feststellen.

Künstliches Gelenk

Neben akuten Verletzungen werden im Krankenhaus St. Barbara auch immer wieder Patienten behandelt, die über eine chronische Instabilität des Sprunggelenks klagen. "Diese führt nicht nur zu einer Bewegungseinschränkung im Alltag, sondern auch zu Spätschäden wie Arthrose, "wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt", betonte Chefarzt Dr. Horst Schneider.

Zunächst könnten die Symptome noch durch Medikamente, physiotherapeutische Übungen oder medizinische Hilfsmittel wie Orthesen gelindert werden. Sei die Zerstörung des Gelenks jedoch schon fortgeschritten, müsse auch über eine operative Versteifung des oberen Sprunggelenks oder den Einsatz eines künstlichen Gelenks (Endoprothese) nachgedacht werden. Beide Methoden führten für Patienten, die oft einen monate- oder gar jahrelangen Leidensweg hinter sich hätten, letztlich wieder zu Schmerzfreiheit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.