Patientenforum Brustkrebs am Krankenhaus St. Barbara schärft Bewusstsein für Risikofaktoren und ...
Früherkennung enorm wichtig

Mit PD Dr. Marcus Spies (von links), Dr. Susanne Merl und Dr. Bernd Schleicher standen drei Experten in Sachen Diagnose, Therapie und Nachbehandlung von Brustkrebs den interessierten Frauen im Krankenhaus St. Barbara Rede und Antwort. Bild: hfz/Seitz
Lokales
Schwandorf
27.10.2015
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Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Über 70 000 Mal im Jahr wird die Diagnose Mammakarzinom bei einer Frau gestellt, mehr als 17 000 Frauen sterben laut der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich daran. Dennoch bestehen gute Heilungs-Chancen, wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird. Dr. Susanne Merl, Dr. Bernd Schleicher und PD Dr. Marcus Spies informierten die Besucherinnen beim ersten Patientenforum Brustkrebs am Krankenhaus St. Barbara über die modernen Methoden der Früherkennung, Therapieoptionen und die Nachsorge.

Rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die meisten Erkrankungen heilbar. Die Chancen hierfür liegen heute bei über 90 Prozent. Vorweg gab es für die zahlreichen Besucherinnen eine schlechte Nachricht: Brustkrebs ist weiblich. Nur etwa jede hundertste Diagnose wird einem Mann gestellt. In Deutschland ist derzeit fast jede achte Frau betroffen. Der Grund hierfür liegt im weiblichen Hormonhaushalt. Nach einer aktuellen Veröffentlichung des Robert Koch Instituts überleben jedes Jahr rund 17 500 Erkrankte diese Diagnose nicht. Damit ist Brustkrebs bei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren in den westlichen Industrieländern die häufigste Todesursache. Deshalb wird der Früherkennung kleiner, noch nicht tastbarer Tumore sehr große Bedeutung für den Heilungserfolg zugeschrieben. Dr. Susanne Merl, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus St. Barbara, sowie Dr. Bernd Schleicher vom MVZ Innenstadt appellierten deshalb an die Frauen, sich über eine korrekte Selbstuntersuchung zu informieren und angebotene Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Für Frauen ab dem 30. Lebensjahr ist die klinische Frühuntersuchung der Brust Bestandteil des gesetzlichen Vorsorgeprogramms. Da nur etwa fünf Prozent aller Brustkrebserkrankungen genetisch bedingt sind, messen Dr. Merl und Dr. Schleicher den Risikofaktoren eine große Bedeutung zu. Demnach sind unter den Brustkrebs-Patientinnen mehr Linkshänderinnen, stark Übergewichtige, langjährige Raucherinnen und Bewegungsmuffel zu finden. Auch der Verzehr von größeren Mengen rotem Fleisch, der häufige Konsum von Alkohol, Hormongaben und zu geringe Jodaufnahme steigern Untersuchungen zufolge das Erkrankungsrisiko.

Wird die Diagnose Brustkrebs mittels Ultraschall und Mammografie bestätigt, bringt eine Gewebeentnahme Klarheit, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Dr. Susanne Merl erklärte, welche Therapieverfahren am Krankenhaus St. Barbara zum Einsatz kommen. Dabei arbeitet ihr Team eng sowohl mit dem Brustzentrum Amberg als auch mit der Regensburger Klinik St. Hedwig und dem Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg zusammen. Letzterer Kooperation kommt große Bedeutung beim plastischen Wiederaufbau der Brust zu. Informationen hierzu erhielten die Besucherinnen aus erster Hand von PD Dr. Marcus Spies, der als Chefarzt Chirurgie, Ästhetische und Plastische Chirurgie über langjährige Erfahrung in diesem Bereich verfügt.
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