Patres vom Kreuzberg streichen Gottesdienste in der ehemaligen Klosterkapelle
Sonntags keine Messe mehr

Die Kirche der Mädchenrealschule St. Josef bleibt am Sonntag geschlossen. Die Schulgottesdienste finden weiterhin statt. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
08.04.2015
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In der ehemaligen Klosterkirche an der Mädchenrealschule St. Josef geht eine Tradition zu Ende: Am 22. März wurde dort der vorerst letzte Sonntagsgottesdienst gefeiert Warum, das gaben die Patres vom Kreuzberg jetzt im Pfarrbrief bekannt.

Die indischen Geistlichen haben zusätzliche seelsorgerische Aufgaben in der Pfarrei St. Konrad Ettmannsdorf übertragen bekommen und sehen sich deshalb nicht mehr in der Lage, am Sonntag auch noch die Messe in der ehemaligen Klosterkirche zu lesen. Die Schulgottesdienste seien davon aber nicht betroffen, heißt es im Pfarrbrief. Grund für die Übernahme der Pflichten in Ettmannsdorf ist eine Erkrankung von Pfarrer Albert Hagen.

Für Buchautor Franz Sichler ist das nicht die erste einschneidende Maßnahme für die Kirche. Er hat die Entwicklung niedergeschrieben. Demnach haben die Nazis das Kloster enteignet, die Ordensschwestern vertrieben und den Schulbetrieb im Lyzeum eingestellt.

Beim Luftangriff, der sich am 17. April zum 70. Mal jährt, wurde die kleine Kirche stark beschädigt. Es dauerte bis 1948, ehe Pater Dr. Otho Merl vom Kreuzberg dort wieder einen Gottesdienst feiern konnte. Das Schmuckstück der 1916 eingeweihten Kapelle war lange Zeit ein kunstvoller Akanthus-Altar, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil einem Volksaltar weichen musste. Der damalige Diözesanbischof Rudolf Graber kam am 28. Oktober 1971 zur Konsekration nach Schwandorf. Wo der wertvolle Akanthus-Altar hingekommen ist, bleibe trotz intensiver Nachforschungen im Dunkeln, so Franz Sichler.
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