Peter Zach referiert über Flora und Fauna in der Regentalaue beim Cham
Eldorado für die Vogelwelt

LBV-Kreisvorsitzender Werner Schuler (rechts) bedankte sich beim Referenten Peter Zach (links) für "den beeindruckenden Vortrag". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
12.11.2015
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Der Landesbund für Vogelschutz startete am Freitag im Gasthaus Hauser in Holzhaus das Herbst-Winter-Programm mit einem Vortrag von Peter Zach über die "Tier- und Pflanzenwelt der Regentalaue bei Cham". Für den "Naturschützer aus Leidenschaft" gehört das Regental zu den "artenreichsten Rückzugsgebieten für seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen in Bayern".

Auf 15 Quadratkilometern kommen dort 1000 Tier- und 600 Pflanzenarten vor. "Viele von ihnen sind bedroht und finden hier ein Rückzugsgebiet", erklärte der Referent in seinem Vortrag. Er nannte stellvertretend den Laub- und Moorfrosch, seltene Heuschrecken- und Libellenarten, die Sumpfschrecke und die Moorwindelschnecke. Peter Zach zeigte Bilder vom Rötelseeweiher, der "hochspezialisierten Pflanzenarten" Schutz biete. Er sei zudem die "Arche Noah für den Schwarzhalstaucher, den Kiebitz und den Laubfrosch".

International bekannt wurden die Regentalauen wegen ihrer außergewöhnlichen Vogelwelt. 286 Vogelarten oder 70 Prozent der Population in Bayern seien dort in den vergangenen 45 Jahren gesichtet worden, so der Referent. Neben der hohen Bedeutung als Rückzugsgebiet für seltene Brutvögel spiele diese Region auch eine Schlüsselrolle für die Zugvögel, die dort rasten können. 75 Prozent der Arten, die auf der "Roten Liste" stehen, würden das Regental und den Rötelseeweiher als Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiet nutzen, erklärte Peter Zach.

In Roding geboren und aufgewachsen, beobachtet der gelernte Förster seit 45 Jahren die Vogelwelt des Rötelseeweihergebietes. Im Naturschutzgebiet "Regentalaue" beobachtet er "eine stabile Populationen vom Feldhasen, Rebhuhn, Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe, Laub- und Moorfrosch". Hier blühen Prachtnelke, Arnika, Orchideen und am Ufer Wasserfeder und Gelbe Schwertlilie. In den großen und kleinen Weihern brütet eine bayernweit wichtige Vogelwelt. Eine große Lachmöwenkolonie verteidigt sich und andere Vögel gegen Feinde und Bruträuber. So können sich hier Schwarzhalstaucher, Rotschenkel und zahlreiche Entenarten, ja sogar die kleine Rohrdommel, erfolgreich fortpflanzen. Zur Zugzeit ist eine große Zahl nordischer Wattvogelarten zu beobachten. Vor allem im Herbst und Winter fliegen Massen von Staren in die Schilfflächen zum Schlafen und beeindrucken die Beobachter zuvor durch imponierende Formationsflüge.

Vorsitzender Werner Schuler kündigte für den 4. Dezember die Hauptversammlung der LBV-Kreisgruppe im Gasthaus Hauser an.
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