Planungen laufen weiter

Der 185 Kilometer lange Ostbayernring wird am Umspannwerk in Büchelkühn (Bild) enden. Auf welcher Trasse er durch das Stadtgebiet führen wird, ist noch nicht geklärt. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
30.09.2015
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Wirtschaftsministerien in Bund und Freistaat, Netzbetreiber, Abgeordnete: Die Stadt hat auf vielen Leitungen versucht, Einfluss auf die Planungen für den Ostbayernring zu nehmen. Zumindest scheinen die Anliegen der Stadt angekommen zu sein.

Der Ersatzneubau der Starkstromleitung "Ostbayernring" wird durch das Stadtgebiet zum Umspannwerk bei Büchelkühn laufen. Auf welcher Trasse, ist noch nicht klar. Wie Sabine Pollinger vom Stadtplanungsamt am Dienstag dem Planungsausschuss berichtete, will Netzbetreiber Tennet die Unterlagen noch im Oktober bei der zuständigen Regierung der Oberpfalz einreichen. Dann kann das Raumordnungsverfahren beginnen.

Die Stadt hatte einen Planungsstopp gefordert, weil auch der Bau einer "Gleichstrompassage Süd-Ost" aus dem Norden nach Bayern geplant ist. Allerdings: Für diese Leitung steht noch nicht einmal der Endpunkt fest. Immerhin erfuhr der Ausschuss, dass für die Passage Erdverkabelung Vorrang haben soll. Ob die Trasse dann parallel zum Ostbayernring verlaufen würde, sei vollkommen offen, resümierte Pollinger. Letztendlich trifft diese Entscheidung die Bundesnetzagentur, es fehlen aber noch die gesetzlichen Grundlagen.

Der Netzbetreiber Tennet plant indes weiter. Er sieht sich in der gesetzlichen Pflicht, den Ersatzneubau voran zu treiben. Er soll bis 2020 in Betrieb gehen und sei für die Versorgungssicherheit wichtig. Zwar sei eine Bündelung von Gleichstrompassage und der Wechselstromstrasse des Ostbayernrings grundsätzlich möglich. Dann müsste Tennet aber die Planungen komplett von vorne beginnen.

Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel verweist in einem Schreiben an Abgeordnete Marianne Schieder auf den Vorrang der Erdverkabelung der Gleichstromtrasse. Eine Nutzung der Bestandstrassen schließt er allerdings nicht aus. Für eine Erdverkabelung des Ostbayernrings stehen nach einem Brief von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner vom 1. September die Chancen schlecht. Zwar habe sich der Freistaat im Bundesrat dafür eingesetzt. Das Bundeswirtschaftsministerium sehe allerdings Erdkabel in der Höchstspannung (380 Kilovolt) noch nicht als Stand der Technik an. Andere Bundesländer hätten auch auf die Mehrkosten verwiesen, schreibt Aigner. Die Stadt wird ihre Bedenken nun im Raumordnungsverfahren noch einmal zur Sprache bringen.
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