Position beziehen am internationalen Frauentag - Dazu Kabarett zur Unterhaltung
Über Forderungen ans Ziel

Kabarettistin Franziska Wanninger trat mit ihrem neuen Programm "Guad is guad gnua" auf. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
10.03.2015
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Es sei zwar schon viel geschehen auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, "am Ziel aber sind wir noch lange nicht angelangt ". Für die beiden Grünen-Politikerinnen Marion Juniec-Möller (Schwandorf) und Elisabeth Bauer (Nittenau) bleibt die Armut in diesem Land weiterhin "weiblich" und der Reichtum "männlich". Bei der zentralen Veranstaltung zum "Internationalen Frauentag" in der Fronberger Brauereiwirtschaft forderten sie vor allem eine Angleichung der "Lohntüten". Deren Inhalte würden im Schnitt immer noch um 25 Prozent voneinander abweichen.

Mindestlohn, Mütterrente, Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die beiden Frauenrechtlerinnen sehen darin gute Ansätze, spüren aber auch schon wieder Gegenwind aus der Wirtschaft und den "Verfechtern eines althergebrachten Rollenbildes". Solange Frauen nicht paritätisch Parlamente, Aufsichtsräte und Vorstandstagen besetzten und gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekämen, werde der "Internationale Frauentag" seine Berechtigung nicht verlieren, zeigten sich Marion Juniec-Möller und Elisabeth Bauer überzeugt. Ihr Fazit: "Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen und bekommen auch nichts".

Auf allen Ebenen

Die Veranstaltung fand in einer breiten Kooperation mit neun Partnern statt. Stellvertretend forderte Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster eine familiengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen in den Unternehmen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, bessere Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen in Führungspositionen und Arbeitszeiten, die eine partnerschaftliche Aufteilung von Berufstätigkeit und Familienaufgaben zuließen. "Wir wollen Gleichberechtigung in allen Bereichen, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft und in der Politik", machte Helga Forster deutlich.

Im zweiten Teil trat Kabarettistin Franziska Wanninger mit ihrem Programm "Guad is guad gnua" auf. Auf der einen Seite hat sie den völlig humorlosen und noch dazu "zuagroasten" Manager aus München im Nacken, der sie zwingt, ein Programm für eine Kreuzfahrt zu schreiben, auf der anderen Seite die "bissgurkige" Tante Elfriede, die sie zwar kostenlos beherbergt, dafür aber hinterlistig jede Menge Gefälligkeiten erwartet und sich unentwegt in ihr Leben einmischt. Kein Wunder also, dass der jungen Dame so ziemlich alles durch den Kopf geht, außer einer zündenden Idee für ihr neues Programm.

Sie taucht ein in die skurril-amüsanten Untiefen bayerischer Stammtischgespräche und entlarvt die Seilschaften einer von Perfektion und Außenwirkung besessenen Gesellschaft, für die vegane Pausensnacks, der Rasenmäherbulldog mit Getränkehalter und der lang ersehnte Thermo-Mix nur drei kleine Pixel auf dem Weg zum perfekten Gesamtbild sind. Pointenreich kommt sie immer zurück zu den "unerträglichen Weisheiten der Tante Elfriede" und der Frage , "wann guad endlich guad gnua ist ".
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