Pro Dusche 1,3 Cent mehr

Das Trinkwasser in der Stadt ist von sehr guter Qualität. Die hat ihren Preis: Ab Januar 2016 steigt die Gebühr je Kubikmeter auf 1,66 Euro. Bislang kosteten 1000 Liter Wasser 1,35 Euro. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
15.10.2015
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Die Schwandorfer brauchen immer weniger Wasser. Das klingt erst einmal erfreulich, geht aber an den Geldbeutel: Die Kosten für den Erhalt von 400 Kilometer Leitungen und die Aufbereitung steigen. Das Ergebnis der Kalkulation sind Gebühren, die ab 2016 um knapp 23 Prozent steigen.

1,66 Euro wird der Kubikmeter Trinkwasser ab 1. Januar dann kosten. Diese Empfehlung gab der Werkausschuss am Dienstag gegen die Stimme von Lothar Walz (FW) an den Stadtrat. Bislang kostete der Kubikmeter (1000 Liter) 1,35 Euro, der Preis war seit über zehn Jahren konstant geblieben. Einmal Duschen (etwa 40 Liter) kostet ab Januar umgerechnet knapp 1,3 Cent mehr. Klingt nicht dramatisch, summiert sich aber: Für einen Vier-Personen-Haushalt mit 200 Kubikmetern Verbrauch bedeutet die Erhöhung Mehrkosten von 62 Euro im Jahr. In den vergangenen Jahren sank der Wasserverbrauch kontinuierlich. Im zurückliegenden Kalkulationszeitraum war die Stadt noch von 1,75 Millionen Kubikmeter verkauften Wassers pro Jahr ausgegangen. Tatsächlich lag der Verbrauch nur mehr um die 1,6 Millionen Kubikmeter, wie Werkleiter Walter Zurek erläuterte. Vor allem Großabnehmer wie Lebensmittelunternehmen drückten ihren Verbrauch deutlich, sagte Walter Zurek.

Hohe Unterhaltskosten

Die Globalberechnung für Gebühren und Herstellungsbeiträge erledigte das Büro Hurzlmeier. Mitarbeiterin Bettina Listl erläuterte, dass neben dem sinkenden Verbrauch vor allem die anstehenden Unterhalts- und Verbesserungsmaßnahmen am Leitungsnetz die Gebühren und Beiträge in die Höhe treiben. In den vergangenen Jahren hatte die Wasserversorgung noch jeweils ein leichtes Plus erwirtschaftet. Die Gebührenerhöhung wäre sonst nochmal um 6 Cent höher ausgefallen.

Auch die Beiträge steigen. Neuanschließer zahlen ab 1. Januar 2016 pro Quadratmeter Grundstücksfläche 1,70 Euro (bisher 1,46 Euro), je Quadratmeter Geschoßfläche 6,47 Euro (bisher 5,66 Euro). Wer sein Haus erweitert oder Grund dazukauft, muss für den Quadratmeter Grundstücksfläche 0,89 Euro (bisher 0,84 Euro) bezahlen, für die zusätzliche Geschoßfläche 3,80 Euro (alt: 3,57 Euro). Die neuen Preise gelten bis ins Jahr 2019, dann wird neu kalkuliert.

"Es ist immer unangenehm, wenn wir dem Bürger Gebührenerhöhungen aufs Auge drücken müssen", sagte Hans Hottner (CSU). Er verwies aber darauf, dass die Wasserversorgung ein hochqualitatives Lebensmittel liefere, bei seit Jahren gleichbleibenden Preisen. Dem pflichtete auch Alfred Braun (SPD) bei. 60 Euro pro Jahr hielt er für einen Vier-Personen-Haushalt "bezahlbar". Lothar Walz sprach sich gegen die Erhöhung aus. Trinkwasser als Teil der Grundversorgung müsse günstig bleiben.
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