Problemlose Geburtshilfe

Oberbürgermeister Andreas Feller (links) ist Gründungs-Vorsitzender des Zweckverbands thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS). Die Wahl in der Verbandsversammlung leitete Carmen Boßle von der Regierung der Oberpfalz. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
14.11.2015
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Der Zweckverband thermische Klärschlammverwertung Schwandorf (ZTKS) kann mit der Arbeit beginnen. In der konstituierenden Sitzung am Freitag wurde Oberbürgermeister Andreas Feller zum Vorsitzenden gewählt. Nun geht's in die konkrete Anlagenplanung.

Carmen Boßle von der Regierung der Oberpfalz hatte als "Geburtshelferin" für den ZTKS keine Mühe und leitete die Wahlen. Die 22-köpfige Verbandsversammlung (drei Mitglieder fehlten entschuldigt) wählte Feller einstimmig, auf Vorschlag von Bürgermeister Martin Birner (Neunburg vorm Wald). Regensburgs Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ließ sich in Abwesenheit zum Stellvertreter wählen.

Nicht mehr auf die Felder

Der ZTKS wird sich um die Entsorgung des Klärschlamms kümmern, der von den teilnehmenden Kommunen und Abwasserzweckverbänden angeliefert wird. Die Trocknung des Schlamms wird am Standort des Müllkraftwerks in Schwandorf erfolgen. Das Kraftwerk liefert die nötige Wärme. Der getrocknete Schlamm soll im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt werden. Klärschlamm kann wegen der enthaltenen Schwermetalle und Medikamentenreste kaum noch als Dünger in der Landwirtschaft verwendet werden. Die Entsorgung wurde somit immer schwieriger und teurer. Letztlich wirken sich diese Kosten auf die Abwassergebühren aus. Die Anregung zur gemeinsamen Lösung war aus den Reihen der Landkreis-Bürgermeister im Gemeindetag gekommen.

Anfrage aus Amberg

Beinahe alle Kommunen und Abwasserzweckverbände im Landkreis sind bereits Mitglied im ZTKS; Burglengenfeld, Schönsee und Weiding wollen noch beitreten. Dabei ist auch der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS), der die Verwaltungsaufgaben übernimmt und die Trocknungsanlage betreiben wird.

Dazu kommen Mitglieder von außerhalb: Die Stadt Regensburg, der Markt Kallmünz und der Abwasserzweckverband Altenstadt an der Waldnaab. Weitere Kommunen hätten ihr Interesse bekundet, sagte ZTKS-Geschäftsführer Thomas Knoll, darunter der Abwasserzweckverband Amberg/Kümmersbruck. Über den Beitritt wird die Verbandsversammlung des ZTKS in ihrer nächsten Sitzung entscheiden. Die Planung für die Trocknungsanlage ist bereits ausgeschrieben, im Frühjahr können laut Knoll die nächsten konkreten Schritte eingeleitet werden. Die Anlage wird über Kredite finanziert, die Kosten anschließend über den Preis für den angelieferten Klärschlamm abgerechnet. Die Mitgliedskommunen werden keine Investitions-Umlagen zu leisten haben. Zur Deckung der anfallenden Verwaltungskosten müssen die Mitglieder jeweils einmalig 3000 Euro Einlage bezahlen. Die Verbandsversammlung erließ noch den Haushalt für 2015. Für Verwaltungskosten werden 11 150 Euro fällig, an Planungskosten seien 65 000 Euro eingestellt, erläuterte stellvertretender Kämmerer Markus Decker. Ebenso billigte die Versammlung die Aufwandsentschädigungen für ihren Vorsitzenden OB Andreas Feller (gut 500 Euro brutto im Monat) und seinen Stellvertreter (gut 200 Euro).
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