Professor Dr. Karsten Rincke referiert über Religion und Naturwissenschaften
Die Physik kennt keinen Gottesbeweis

Physiker Dr. Karsten Rincke sprach bei der KEB zum Thema "Auf der Suche nach Gott". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
20.07.2015
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Dr. Karsten Rincke enttäuscht alle, die von der Physik einen Gottesbeweis erwarten. Bei einer Veranstaltung der "Katholischen Erwachsenenbildung" (KEB) sprach der Professor an der Universität Regensburg zum Thema "Auf der Suche nach Gott" und kam dabei zu der Erkenntnis: "Gott und die Welt lassen sich naturwissenschaftlich nicht in Einklang bringen".

Der Wissenschaftler machte klar: "Naturwissenschaft basiert auf den Prinzipien der Selbstbeschränkung und des Zweifels". Nur was sich in Kilogramm, Metern und Sekunden ausdrücken lasse, sei für den Naturwissenschaftler relevant. Emotionen wie Freude, Trauer oder religiöse Überzeugungen seien zwar real, "aber mit physikalischen Begriffen nicht beschreibbar". Wie die Physik vorgeht, um Erkenntnisse von der Welt zu gewinnen, zeigte der Referent an einem Experiment. Er heizte ein Sieb auf und brachte damit ein Glasrohr "zum Heulen". Die Zuhörer suchten nach einer Erklärung, genauso wie die Wissenschaftler, die verschiedene Theorien zu einem Gesamtbild formen. Damit war der Professor zum Kern vorgedrungen: Dem "Gottesteilchen", das allen Objekten Masse verleihe.

Alles, was die Wissenschaft vom Aufbau der Materie wisse, sei im "Standardmodell der Elementarteilchen" zusammengefasst, so Dr. Karsten Rincke. In dieser Theorie habe aber die Erklärung für die "Masse der Teilchen" gefehlt. Am 4. Juli 2012 haben Wissenschaftler am Cern in Genf mit einem riesigen Teilchenbeschleuniger die Existenz des Higgs-Bosons nachgewiesen. Dr. Rincke aber machte klar: "Es ist ein Irrtum zu glauben, damit sei die Entstehung des Lebens geklärt". Man habe nur eine Lücke in der Theorie des Standardmodells geschlossen.

Der Hochschuldozent geht davon aus, dass vor dem Urknall Raum und Zeit und die damit verbundenen physikalischen Begriffe nicht existierten. "Damit haben wir keine Möglichkeit des Rückblicks", so seine Schlussfolgerung. Der Blick von außen auf den Kosmos sei den Menschen versperrt. Nur Gott könne "von draußen sehen".
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