Prozess gegen 40-Jährigen abgebrochen - Im Februar geht es weiter
Jetzt kommt alles auf den Tisch

Lokales
Schwandorf
29.11.2014
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Schwieriger Fall für die Amtsrichterin. Wenn ein Vater gewalttätig gegenüber seiner Tochter wird, das Opfer Strafanträge erstattet und dann vor der Justiz eher keinen Wert mehr darauf legt, dass der mutmaßliche Täter bestraft wird, muss sorgsam abgewogen werden.

Ungewöhnlich, was heuer im Sommer geschah. Erst soll ein 40-Jähriger in einem Schwandorfer Automatenlokal Streit mit seiner Tochter gehabt und die 22-Jährige dabei so an eine Wand gedrückt haben, dass sie Hämatome an den Armen davontrug. Dann, drei Wochen später, soll es in der von beiden gemeinsam genutzten Wohnung erneut Zoff gegeben haben. Ergebnis dabei: Die junge Frau klagte hinterher über Schmerzen am Kiefer, hervorgerufen durch einen Hieb.

Amtsrichterin Petra Froschauer nahm es sehr genau mit den Einzelheiten. Sie hörte zunächst den Angeklagten und erfuhr, dass dessen Tochter weit nach Mitternacht sehr aufgeregt das Lokal betreten und dann eine Meinungsverschiedenheit mit ihm vom Zaun gebrochen habe. Dabei sei auch ein Aschenbecher geflogen und ein Bierglas zerborsten. Gewalt von seiner Seite? "Nein", sagte der 40-Jährige und ließ erkennen, dass er seine erboste Tochter nur weggedrückt habe. Zum zweiten angeklagten Körperverletzungsfall mochte sich der 40-Jährige nicht äußern.

Interessant danach: Die 22-Jährige machte zwar, obwohl dazu nicht verpflichtet, ausführliche Angaben und belastete ihren Vater. "Möchten Sie, dass er bestraft wird?", fragte die Richterin. Das verneinte die Frau. Zuvor hatte sie von Verletzungen nach beiden stattgefundenen Streitigkeiten berichtet. Dann kam ein Zeuge, der die Handgreiflichkeiten in dem Automatenlokal beobachtet hatte. Als er ging, waren Unklarheiten zum Tathergang keineswegs beseitigt. Im Gegenteil: Vieles blieb nebulös.

Die ganze Angelegenheit war danach sehr rasch beendet. Und zwar ohne Urteil. Die Richterin will jetzt noch einen weiteren Zeugen hören. Deshalb brach sie die Verhandlung ab und setzte einen neuen Termin im Februar an. Dann allerdings sollen auch noch zwei weitere Anklageschriften verhandelt werden, die gegen den 40-Jährigen unterdessen bei der Justiz vorliegen. "Wir machen dann", stellte Petra Froschauer in Aussicht, "gleich einen ganzen Verhandlungstag." Kann gut sein, dass es noch länger dauert. Denn ein viertes Verfahren liegt momentan bei der Polizei.
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