Prozess in Schwandorf dreht sich um die Haltung einer seltenen Schnee-Eule
Strenge Gretl ein Blickfang

Lokales
Schwandorf
26.08.2015
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In der Voliere saßen zwei Schnee-Eulen. Einer der streng unter Schutz stehenden Greifvögel hieß "Gretl" und trug eine Beringung. Von daher, so stellte sich bei einem Prozess vor dem Schwandorfer Amtsgericht heraus, ging die Haltung in Ordnung. Die zweite Eule aber hatte keinen Ring. Das durfte so nicht sein, erfuhr der 59-jährige Züchter.

In der Anklageschrift des Staatsanwalts standen weitere Verstöße. Es ging um Falken und ihre Daten, die der Behörde zwecks Ausstellung einer sogenannten EU-Bescheinigung gemeldet worden waren. Da in den Antragsformularen einige Ungereimheiten auftauchten, kam es zu Anzeigen wegen (im Amtsdeutsch) "mittelbarer Falschbeurkundung". Im Zuge seiner Ermittlungen hatte das zuständige Landratsamt sogar ein Gen-Gutachten für die Falken erstellen lassen.

Strafe reduziert

Das Verfahren um "Gretl" und die anderen seltenen Greifvögel hätte durchaus mehrere Tage dauern können. Doch der Züchter, der sein Hobby zwischenzeitlich nicht mehr betreibt, nahm ein Angebot von Richter und Staatsanwalt an. Einige der Delikte wurden eingestellt. So reduzierte sich die ursprünglich per Strafbefehl verhängte 4500-Euro-Buße auf 2250 Euro. Die zwei Schnee-Eulen, eigentlich nur in Skandinavien heimisch und in Gestalt anderer Exemplare auch aus Harry-Potter-Filmen bekannt, befinden sich heute in der Obhut eines Experten im Kreis Amberg-Sulzbach. Der Angeklagte will ihm die Tiere überlassen, "falls er sie mag".

Hauptsächlich kam es dem Mann darauf an, dass es seine elfjährige "Gretl" gut hat. In der Verhandlung war zu vernehmen, dass der stattliche Vogel bisweilen weite Ausflugstouren unternahm, eingefangen und, weil beringt, zu seinem Besitzer zurück gebracht wurde. Mitunter, so der 59-Jährige, sei die streng blickende "Gretl" auch bei Faschingszügen als Blickfang mitgeführt worden.
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