Rechnung mit vielen Variablen

Rund 25 600 Tonnen Hausmüll aus dem Landkreis landen pro Jahr in den Bunkern des Müllkraftwerks. Die Verbrennung wird ab 2015 teurer. Auf die Gebühren für die Bürger dürfte die Erhöhung aber kaum durchschlagen. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
04.12.2014
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Der Landkreis muss im kommenden Jahr 19,8 Prozent mehr für den Haus- und Sperrmüll bezahlen als bislang. 115 Euro pro Tonne werden dann fällig. Letztlich müssten die Mehrkosten beim Bürger eingetrieben werden - über steigende Gebühren. Es besteht aber Spielraum.

Die Erhöhung der Verbrennungskosten ("Entsorgungsentgelt"), die der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) verlangt, ist kräftig: von 96 auf 115 Euro je Tonne (wir berichteten). Aber die Verbrennung macht nur etwa 40 Prozent der 6,1 Millionen Euro aus, die der Landkreis für die Müllentsorgung ausgibt: 25 600 Tonnen wurden laut Landratsamts-Pressesprecher Franz Pfeffer zuletzt jährlich in Dachelhofen angeliefert. Multipliziert mit 96 Euro pro Tonne ergibt das knapp 2,46 Millionen Euro. Der Rest wird für Abfuhr, Transport, die Recyclinghöfe, die Verwaltung etc. fällig.

490 000 Euro mehr

Nach neuen Preisen wird allein die Verbrennung um knapp 490 000 Euro teurer. Die Gesamtkosten steigen also für den Landkreis um rund 8 Prozent. Auf die Müllgebühren angerechnet, würde das für eine 60-Liter-Tonne im Quartal einen Anstieg von 20,19 Euro auf 21,80 Euro bedeuten. Aber: Der Landkreis verfügt noch über eine Sonderrücklage von 4,5 Millionen Euro.

Die entsteht in erster Linie, weil die Müllgebühren mit dem vom ZMS kalkulierten Preis berechnet werden. Beispiel: 2013 sollte die Tonne laut ZMS 96 Euro kosten. Tatsächlich fällig wurden nach spitzer Abrechnung am Jahresende aber nur 91,28 Euro. Auch in den Vorjahren war die Verbrennung am Ende billiger als zunächst kalkuliert. Das zu viel bezahlte Geld floss an den Landkreis zurück und landete in der Rücklage. Sie fließt nun in die neue Kalkulation ab 2015 mit ein. Grob überschlagen könnte der Landkreis deshalb ohne Gebührenerhöhung auskommen.

Bevor die neuen Beträge festgelegt werden, steht aber das ganze Abfallwirtschaftskonzept des Landkreises auf dem Prüfstand. Fragen wie die Einführung einer Biotonne stehen beispielsweise noch im Raum. Darüber hat die Politik - also der Kreistag - zu beschließen. Erst dann können die Fachleute rechnen und die Gebührenhöhe für die nächsten Jahre vorschlagen. Entscheiden darüber wird wieder der Kreistag
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