"Reserve für alle Fälle"

Vorstandsvorsitzender Werner Hess (links) und DekaBank-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater (rechts) sprachen bei einem Informationsabend in der Sparkasse. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
16.05.2015
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Immobilien, Spareinlagen, Versicherungen, Wertpapiere: In dieser Reihenfolge bilden die Deutschen ihr Vermögen. Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank und ehemaliger "Wirtschaftsweiser", empfiehlt dem Anleger eine Verschiebung der Prioritäten.

Bei seinem Besuch in Schwandorf verriet der Finanzwissenschaftler zunächst der Presse, dann den Mitarbeitern der Sparkasse und am Abend einem ausgewählten Publikum seine Thesen.

Sparen allein reicht nicht

"Es gibt keinen Deckel, der auf jeden Topf passt", erklärt der promovierte Volkswirtschaftler, der vier Jahre lang zum Stab der "fünf Wirtschaftweisen" gehörte. Finanzanlagen seien etwas "Individuelles". Früher habe es gereicht, einfach Geld zu sparen, so der Autor zahlreicher Fachbücher. Heute genüge das nicht mehr.

Wie sieht nun seine eigene Vermögenspyramide aus? Dr. Ulrich Kater denkt zu allererst an den Lebensabend für sich und seine Frau, an die Sicherheit seiner Kinder und schließlich an eine "Reserve für alle Fälle". Nicht spektakulär! Diese seriöse Denkweise empfiehlt der Chefökonom generell jedem Sparer. Wertpapiere und Aktien sollte ein Anleger auf jeden Fall in sein Portfolio nehmen. "Sie gehen zwar rauf und runter, überdauern aber Krisen", erklärt Dr. Ulrich Kater mit Blick in die Vergangenheit. Denn Wertpapiere seien mit Unternehmen und deren Betriebskapital verknüpft. Welches Risiko der einzelne eingehen will, "hängt von seinen Nerven ab".

Keine Prognosen

Für jede Art der Geldanlage aber gelte: "Vermögen macht sicher". Prognosen wagt der Wissenschaftler nicht. Weder für den Euro noch für Griechenland. "Darüber reden wir, wenn es soweit ist", erklärt Dr. Ulrich Kater. Der europäische Markt sei stark genug, auf alle Eventualitäten zu reagieren. Konkrete Empfehlungen für Geldanlagen gab der Vertreter der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe, nicht. "Für die Beratung haben wir unsere Mitarbeiter", sagt Vorstandsvorsitzender Werner Hess. Er stellt zunehmend den Wunsch der Kunden nach individueller Betreuung fest.
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