Robust, mit Kratzern

Die Ursache hierfür bildet eine verhaltene Einstellungspraxis in Teilbereichen der industriellen Fertigung und bei Personaldienstleistern.
Lokales
Schwandorf
02.06.2015
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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai gesunken. Allerdings sind deutlich mehr Menschen ohne Job als noch vor einem Jahr. Agenturchef Joachim Ossmann nennt die Lage dennoch "robust".

(ch/nt) Im Bezirk der Geschäftsstelle Schwandorf, der den Landkreis ohne die Region Oberviechtach umfasst, ist im Mai die Arbeitslosigkeit von April auf Mai um rund 140 Personen oder 5,6 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Mai des vergangenen Jahres lag die Zahl der Arbeitslosen allerdings um rund 260 Personen oder 12,4 Prozent höher. Mitte Mai waren laut Mitteilung der Agentur für Arbeit exakt 2400 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote ging von 3,4 Prozent im April auf 3,2 Prozent im Mai zurück. Im Mai des Vorjahres lag die Quote noch bei 2,9 Prozent. Die Zahl der neuen Arbeitslosmeldungen ist im Mai mit rund 790 Meldungen um 40 um 5,3 Prozent gegenüber dem Mai 2014 gestiegen.

Positive Geschäftslage

"Die Arbeitslosigkeit ging im Zuge der nunmehr abgeschlossenen Wiedereinstellungen in Außenberufen im Vergleich zum Vormonat weiter zurück. Richtungsweisende Indikatoren, wie der Zugang an neu gemeldeten Stellenangeboten und die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung spiegeln weiterhin einen robusten Arbeitsmarkt im Landkreis Schwandorf wider. Gleichwohl liegt die Arbeitslosigkeit über dem Niveau des Vorjahres. Die Ursache hierfür bildet eine verhaltene Einstellungspraxis in Teilbereichen der industriellen Fertigung und bei Personaldienstleistern, die in diese Bereiche Personal entleihen. Der Großteil der Unternehmen in der gewerblichen Wirtschaft schätzt dennoch die aktuelle Geschäftslage als positiv ein", sagte der Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf, Joachim Ossmann.

Ingenieure gesucht

Die Nachfrage nach Arbeitskräften schwächte sich nach Angaben der Agentur leicht ab. Die meisten Stellenangebote melden weiterhin das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel, das verarbeitende Gewerbe sowie die Zeitarbeit. Innerhalb der Branchen umfasst die Palette der nachgefragten Berufe Ingenieure der verschiedensten technischen Fachrichtungen, Betriebswirtschaftler, Metallfacharbeiter, Kfz-Fachkräfte, Pflegefachkräfte, Kraftfahrer, Logistiker und kaufmännischen Berufe. Seit Jahresbeginn meldeten Betriebe im Bezirk rund 1910 neue sozialversicherungspflichtige Stellenangebote, rund 140 Angebote oder 6,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote ging im Gesamtbezirk der Agentur (Landkreise Amberg-Sulzbach, Cham, Schwandorf und Stadt Amberg) von 3,4 Prozent im April auf 3,0 Prozent im Mai zurück. Im Mai des vergangenen Jahres lag die Quote bei 3,2 Prozent. Nur im Landkreis Schwandorf ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Die Unterbeschäftigungsquote lag im Mai im gesamten Agenturbezirk bei 4,1 Prozent (Vorjahr 4,2 Prozent). Hier sind zusätzlich Personen eingerechnet, die an einer Bildungsmaßnahme teilnehmen oder wegen Krankheit oder vorruhestandsähnlichen Regelungen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Sie werden in der Arbeitslosenquote definitionsbedingt nicht erfasst.
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