Rücklagen als Gebührenpuffer

Die neue Leitwarte des Müllkraftwerks soll im ersten Halbjahr 2015 in Betrieb gehen. Die Umstellung auf die neue Technik läuft nicht vollends rund. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
02.12.2014
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Die Energiewende ist in der Kalkulation des Zweckverbands Müllverwertung (ZMS) angekommen: Weil für produzierten Strom immer weniger Erlös fließt, wird die Müllentsorgung teurer. Beim Verbraucher dürfte die Erhöhung nicht sofort ankommen.

Im Jahr 2010 konnte der ZMS noch knapp 10 Millionen Euro als Einnahmen aus verkauftem Strom verbuchen. Im kommenden Jahr kalkuliert Kämmerer Alois Böhm nur noch mit 5,7 Millionen Euro, erläuterte er am Dienstag der Verbandsversammlung. Bei gleichbleibender Haus- und Sperrmüllmenge von etwa 290 000 Tonnen, die die Mitgliedskommunen anliefern, und gleichbleibenden Kosten für den Betrieb des Kraftwerks bleibt nur, das Entsorgungsentgelt zu erhöhen.

Rücklage vorhanden

Es lag 2014 bei 96 Euro je Tonne, 2015 wird mit 115 Euro je Tonne kalkuliert. Das entspricht einer Steigerung von immerhin 19,8 Prozent. Die Kommunen leisten Vorauszahlungen, abgerechnet wird zum Ende des Jahres. Wenn die Kalkulation zu hoch angesetzt wurde, wie in den vergangenen Jahren, bekommen die Mitglieder Geld zurück. Die Müllentsorgung ist in der Region Schwandorf Aufgabe des Landkreises. Er kalkuliert die Müllkosten für die Bürger über mehrere Jahre, ähnlich den Kanalgebühren in den Kommunen. Überschüsse aus den Gebühren werden in einer Sonderrücklage gebunkert, Unterdeckungen zunächst vom Kreis-Haushalt getragen und dann verrechnet. In der Sonderrücklage des Landkreises liegen laut Haushaltsplan Anfang 2015 noch 4,5 Millionen Euro, wie Pressesprecher Franz Pfeffer auf Anfrage mitteilte. Puffer ist also noch da, aber natürlich müssen die höheren Entsorgungsentgelte an den ZMS in die Kalkulation der Gebühren einfließen. Das Entsorgungsentgelt macht aber nur einen Teil Kosten für die Müllgebühren aus, die die Verbraucher bezahlen müssen. Dazu kommen zum Beispiel die Kosten für den Transport. Wie lange der Kalkulationszeitraum noch läuft, war gestern am Landratsamt nicht mehr zu recherchieren.

Der Haushalt 2015 des ZMS hat im laufenden Geschäft ein Volumen von 58,9 Millionen Euro an Einnahmen und 57,1 Millionen Euro an Aufwendungen. Die Betriebskosten für das Müllkraftwerk alleine liegen bei etwa 17 Millionen Euro. Bleibt ein Überschuss von 1,8 Millionen Euro für Investitionen.

Hohe Investitionen

Der Vermögensplan für Neu- und Ersatzinvestitionen schließt in Einnahmen und Ausgaben von 31,46 Millionen Euro ab. 19,5 Millionen davon sind für laufende Investitionen eingeplant, darunter für die neue Leittechnik. Die Umstellung läuft noch nicht wie gewünscht, erläuterten ZMS-Direktor Thomas Knoll und der Verbandsvorsitzende, Schwandorfs Landrat Thomas Ebeling.
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