"Runder Tisch" der Landwirte, Jäger und Jagdgenossen bilanziert "höchst erfreuliche ...
Bei Verbissgutachten steht Schwandorf sehr gut da

Forstdirektor Rüdiger Wicht (rechts) überreichte Landrat Thomas Ebeling (links) das Verbissgutachten 2015 für die 18 Hegegemeinschaften im Landkreis. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
25.11.2015
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Mit dem Verbissgutachten 2012 lagen die 18 Hegegemeinschaften des Landkreises bayernweit schon ziemlich weit vorne. "Die neuen Ergebnisse sind jetzt noch besser ausgefallen", betonte Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht. Der Landkreis Schwandorf sei jetzt Spitze in Bayern. Lediglich für zwei Hegegemeinschaften empfiehlt er höhere Abschussquoten.

Beim dritten "Runden Tisch" der Landwirte, Jäger und Jagdgenossen im Sitzungssaal des Landratsamtes überreichte der Bereichsleiter "Forsten" das Verbissgutachten 2015 an Landrat Thomas Ebeling. Im März und April hatten Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes 52 000 Pflanzen in 636 Aufnahmeflächen nach Verbissschäden untersucht und dabei "höchst erfreuliche Erkenntnisse" gewonnen, die der Leiter der "Unteren Jagbehörde", Christian Guder, so zusammenfasst: "Der Landkreis Schwandorf steht am besten da, lediglich Tirschenreuth kann da noch einigermaßen mithalten".

Der Sprecher der Kreisgruppe im Landesjagdverband, Hans Vornlocher, wertet "das herausragende Ergebnis" als Beweis für das gute Einvernehmen von Jägern, Waldbesitzern und Behörden. Landtagsabgeordneter Alexander Flierl weiß um die zeitliche Herausforderung der Gutachtenerstellung für die Forstleute und setzt sich für eine bürokratische Vereinfachung ein. "Den Weg der Transparenz und der Akzeptanz aber wollen wir weiter beschreiten", so der CSU-Politiker. Auch bayernweit sei die Entwicklung zufriedenstellend, so Alexander Flierl. 85 Prozent der jungen Nadelbäume und 61 Prozent der jungen Laubbäume seien ohne frischen Verbiss geblieben. Ein Ärgernis sind für viele Jäger die Gebühren, die sie für die Trichinen-Untersuchungen bei erlegten Wildschweinen entrichten müssen. Vor allem bei Tieren bis 25 Kilogramm Gewicht, die wirtschaftlich nicht zu nutzen sind. "Da zahlen wir drauf", ärgerte sich ein Diskussionsteilnehmer. Ganz frei stellen könne er die Gebühren nicht, betonte Landrat Ebeling. Auf seine Anweisung hin sei der Betrag pro Untersuchung von Frischlingen von 16 auf 10 Euro gesenkt worden. "Das nehme ich auf meine Kappe", so der Landrat.

Eine Absage erteilte Alexander Flierl jenen Kräften, die eine Änderung des bayerischen Jagdgesetzes fordern. Wörtlich sagte er: "Bewährtes darf nicht durch Ideologien ersetzt werden". Bundesweit einmalig sei die bayerische Wildlebensraumberatung, betonte Flierl. Sie habe zum Ziel, die biologische Vielfalt der Agrarlandschaft zu erhalten und zu fördern. Bayern hat sieben Wildlebensraumberater. Für die Oberpfalz ist Balduin Schönberger aus Amberg zuständig. Er umschrieb in seinem Vortrag am Montag seine Aufgabe so: "Wir wollen die Lebensräume für Wildtiere verbessern und zusammen mit den Beteiligten nach praktikablen Lösungen suchen".
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