"SADTheater" überzeigt bei Premiere von "Dreimal schwarzer Kater" im Sperlstadl - Heute und ...
Das erste Opfer gibt's schon vor dem Stück

Es ging immer wieder hoch her inmitten der Gartenzwergidylle zwischen Gartengrill und Wohnzimmer. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
29.10.2014
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Rasante Szenenwechsel, absurde Situationskomik, freche Dialoge, turbulente Verstrickungen, prickelnde Erotik: Das Stück "Dreimal schwarzer Kater" enthält die typischen Merkmale einer Komödie, die das "SADTheater" in diesem Herbst zur Aufführung bringt. Am Freitag war Premiere im Sperlstadl in Fronberg.

Angekündigt war ein skurriles, temporeiches Boulevardstück. Noch bevor es überhaupt losging, gab es bereits ein erstes Opfer. "Seit vier Wochen habe ich den Führerschein und schon ein Leben auf dem Gewissen", gesteht Lina (Anja Setzer). Das Missgeschick musste vertuscht werden, "denn der Kater war alt, konnte nicht mehr sehen und hat gestunken wie ein alter Bock". Mit diesem verwirrenden Eingangsdialog nahm die rasante Komödie ihren weiteren Verlauf.

Seit Monaten hatte sich das Ensemble unter der Regie von Christina Fink-Rester auf die Premiere vorbereitet. Die Geschichte um Kater "Paulchen" ist unterhaltsam und herzerfrischend, weil es den sieben Akteuren auf der Bühne gelang, den Verlauf der Handlung immer unter Spannung zu halten. Es waren nicht allein die großen Gesten, die zum Lachen animierten. Schon ein Zucken der Augenbraue, eine wegwerfende Handbewegung, ein verstohlener Blick beim Entsorgen der "Leiche" und ein gewisser Fatalismus gaben der Vorstellung den besonderen Reiz.

Lina überfährt Kater "Paulchen". Jurastudent Oliver Schobel (Sebastian Wagner) , Sohn der Familie Reinhard und Claudia Schobel (Jakob Rester und Margit Berkmann), legt den toten Kater in die Hofeinfahrt der Nachbarfamilie Norbert und Brigitte Dreher (Dirk Dürholz und Ilona Glück) , um ihr die Missetat unterzuschieben. Auch die Nachbarn wollen das arme Tier loswerden. Es verschwindet in der Biotonne, in der Aktenmappe, im Abfallcontainer und unter dem Tisch. Das ganze Hin und Her führt zu handfesten Ehekrisen und zu einem Candlelight-Dinner ohne Ehefrauen.

Es geht immer wieder hoch her inmitten der Gartenzwergidylle. Doch bevor die heile Welt der Familien ganz zusammenzubrechen droht, tritt "Paulchen" noch einmal in Erscheinung. Lina gesteht ihre Tat und sorgt mit einer Tierheimkatze für Ersatz. Der Vorhang fällt. Eine dramatische Geräuschkulisse, quietschende Autobremsen, eine Katze jault. Vier Wochen den Führerschein und schon zwei Leben auf dem Gewissen.

Wer gerne über Schubladen-Klischees, spießbürgerliche Fassaden und Rollenmissverständnisse schmunzelt, sollte sich die Boulevardkomödie nicht entgehen lassen. Heute, Mittwoch, und morgen, Donnerstag, besteht jeweils um 20 Uhr im Sperlstadl noch einmal die Gelegenheit dazu.
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