Sandra Gierl (SPD) zerpflückt vorgelegtes Konzept und verweist auf Beschlusslage - Thema wieder ...
Hallen-Bewirtung wird Zankapfel

Noch sind die Bauarbeiter im künftigen Bistro und Veranstaltungssaal der Oberpfalzhalle am Werk. Die Regeln für die Bewirtung sorgen derweil für Zoff im Stadtrat. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
28.07.2015
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"Wir können hier nicht auf Zuruf irgendwelche Konzepte beschließen", insistierte Sandra Gierl (SPD). Die Debatte am Montag im Stadtrat um die Bewirtung in der Oberpfalzhalle war da längst aus dem Ruder gelaufen. Wohl auch, weil Regelungsvorschläge auf dem Tisch lagen, die weder Verwaltung noch Oberbürgermeister recht erklären konnten.

Dieter Jäger (FW) und Sandra Gierl (SPD) hatten mit Anträgen zunächst dafür gesorgt, dass das Thema überhaupt öffentlich verhandelt wurde. Zunächst sollte das hinter verschlossenen Türen geschehen, wie schon im Hauptausschuss. Schon dort hatte es nach NT-Informationen Ärger über eine Aussage des Oberbürgermeisters bei einer Sitzung des Stadtverbandes für Sport gegeben, die Vereine müssten auch künftig bei Veranstaltungen die Kaltgetränke vom Wirt einkaufen.

"20 Jahre nur Ärger"

Die Beschlusslage sei eine andere, erinnerte Sandra Gierl, assistiert von Dieter Jäger: "Da gab's die vergangenen 20 Jahre nur Ärger, und jetzt machen wir den gleichen Fehler wieder". Den Vereinen sollte diese Einnahmequelle gewährt werden. Gierls Ansicht: Der Stadtrat habe beschlossen, die Vereine selbst ausschenken zu lassen, und auch auf den Saal keine generelle "Abnahmepflicht" zu legen. Deshalb sei ja zum Beispiel die Cateringküche eingerichtet worden. Über die Beschlusslage bestand auch Einverständnis mit Andreas Wopperer (CSU), der allerdings zu Bedenken gab, dass die Stadt erhebliche Mittel für die Vereinsförderung aufwende und es schließlich auch darum gehen müsse, einen Pächter für das Bistro zu finden. Wenn sich die Maximalforderung nicht erfüllen lasse, müsse der Grundsatzbeschluss überdacht werden. Ob einer der Bewerber mit dem Verzicht auf das "Vorverkaufsrecht" einverstanden wäre, blieb am Montag im Unklaren.

Die Verwaltung jedenfalls legte eine Regelung vor, die sich relativ einfach anhört, deren Teufel aber wohl im Detail steckt, vor allem was den neuen Veranstaltungssaal anbetrifft. Beschränkt oder komplett öffentliche Veranstaltungen sollten demnach voll unter die Regie des künftigen Wirtes fallen, private Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern zumindest teilweise. Die Stadt würde sich das Recht herausnehmen, fünf Veranstaltungen von der Abnahmepflicht zu befreien. "Worunter fällt dann eine Vereins-Hauptversammlung?" fragte Andreas Wopperer. Eine Antwort der Verwaltung erhielt er nicht.

Hoher Personalaufwand

Kämmerer Jens Wein begründete die Vorlage mit dem Personalaufwand. Wenn der Saal vollkommen frei von der Stadt vergeben würde, müsste sich jeweils einer der Hausmeister darum kümmern und zum Beispiel die Endabnahme machen. Das sei mit hohem Aufwand verbundenen. Deshalb die Idee, einen Teil der Veranstaltungen über den Wirt als quasi "Untervermieter" abzuwickeln. Das, entgegnete Sandra Gierl, gehe schon mal gar nicht. Schließlich sei der Wirt ja nicht Pächter des Saales.

Manfred Schüller (SPD) brachte eine Stellungnahme des Stadtverbandes für Sport ins Spiel, die auch der Redaktion vorliegt. Darin spricht sich der Stadtverband dafür aus, den Vereinen freie Wahl bei der Bewirtung der Halle zu lassen. Sie sollten selbst entscheiden, ob sie Speisen und Getränke in Eigenregie organisieren oder dem künftigen Wirt abnehmen. "Der Stadtverband für Sport bietet an, mit dem künftigen Wirt ein für alle Mitgliedsvereine geltendes, einheitliches, faires und attraktives Angebot zu vereinbaren und auch dafür zu werben," heißt es in der Stellungnahme des Stadtverbandes. Kurt Mieschala (UW) setzte mit seinem Vorschlag an einem ähnlichen Punkt an: Abnahmepflicht ja, aber zu reduzierten Preisen, bei denen sowohl für die Vereine als auch den Wirt etwas zu verdienen bleibt.

Den Vorschlag wollte Oberbürgermeister Andreas Feller als Grundlage für weitere Gespräche aufnehmen. Auf diese weitere Diskussion wollte sich Sandra Gierl aber mit oben angeführtem Zitat nicht einlassen. "Ich erwarte schon, dass von der Verwaltung ein Konzept vorgelegt wird, auf dessen Grundlage wir entscheiden können. Hier gibt es noch viel zu viele Ungereimtheiten," sagte Gierl, "wir müssen festlegen, was wir wollen, dann können wir ausschreiben."

Dieter Jäger (FW) machte dem traurigen Spiel ein Ende und beantragte, den Tagesordnungspunkt abzusetzen. Dem kam der Stadtrat einstimmig nach. Nun wird sich die Frage der Bewirtungs-Regelung wohl wieder im Hauptausschuss finden.
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