Schlechte Karten im Wettbewerb

Lokales
Schwandorf
08.05.2015
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31 Landkreisgemeinden befinden sich im Förderverfahren zum Breitbandausbau. Damit werde der Landkreis bis 2018 flächendeckend mit "schnellem Internet" versorgt sein, erklärte Engelbert Zollner beim Breitband-Dialog der Handwerkskammer. Dennoch ist der Breitbandmanager des Landkreises nicht zufrieden.

Die Datenübertragungsrate von 50 Mbit pro Sekunde beim Download sei zwar kein schlechter Wert, betonte der Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in Nabburg am Mittwoch im Fortbildungszentrum Charlottenhof, dennoch: "Bis 2018 wird uns der tatsächliche Bedarf überholt haben".

Der ländliche Raum bleibe trotz der verbesserten Förderkulisse des Freistaates benachteiligt, ist der Leitende Vermessungsdirektor überzeugt, denn: "Der freie Markt versagt auf dem Land." Trotz der staatlichen Fördersätze von 80 Prozent lasse sich keine mit den Ballungsräumen vergleichbare Infrastruktur erstellen. Dennoch hat sich für den Leitenden Vermessungsdirektor einiges positiv entwickelt. Der Freistaat habe die Fördermittel auf 1,5 Milliarden Euro aufgestockt, aus ehemals 19 seien nur noch 9 Antragsschritte geworden. Zwischen 650 000 und 950 000 Euro liegen die Fördermittel pro Gemeinde in absoluten Zahlen. Hinzu kommen weitere 50 000 Euro für Kommunen, die beim Breitbandausbau zusammenarbeiten. Engelbert Zollner bedauert allerdings: "Nicht alle Gemeinden rufen die Förderhöchstsummen ab." Wer über den aktuellen Ausbaustand in seiner Gemeinde Bescheid wissen will, dem empfiehlt der Amtsleiter einen Blick auf die Homepage mit der Adresse www.schnelles-internet-in-bayern.de.

Angewiesen auf das Netz

"Nicht nur Schnelligkeit ist wichtig, sondern auch Qualität", betonte Christian Stachel von der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz. Die 2065 Handwerksbetriebe im Landkreis mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Euro seien auf schnelle Anbindungen angewiesen, "wenn sie mit den Mitbewerbern in den Großstädten konkurrieren wollen". Der HWK-Breitband-Referent verwies auf eine Umfrage, nach der 75 Prozent der Betriebe mit den Übertragungsgeschwindigkeiten "nicht zufrieden sind ". Der Zielkorridor bis 2018 liege bei durchschnittlich 24 Mbit pro Sekunde. Die Handwerkskammer gab eine Studie in Auftrag und ließ sich Handlungsempfehlungen erarbeiten. Darin wird den Unternehmen geraten, ihren Bedarf bei der Gemeinde anzumelden und auf eine rasche Umsetzung zu drängen.

Der Präsident der Handwerkskammer, Dr. Georg Haber, machte deutlich: "Die ländlich geprägten Gemeinden werden nur dann in der Lage sein, ihre Bürger und Betriebe zu halten, wenn die grundlegenden Kommunikationsinfrastrukturen und die modernen Breitbanddienste zur Verfügung stehen." Im schnellen Internet sieht Landrat Thomas Ebeling "eine Herausforderung für den Landkreis". Stellvertretender Kreishandwerksmeister Arnold Pöppl klagte: "Die Handwerksbetriebe im Landkreis haben schlechte Karten im Wettbewerb mit der Konkurrenz in den Ballungszentren."
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