Schule muss umziehen

Die Lindenschule wird komplett saniert. Das funktioniert nicht während laufenden Unterrichtsbetriebs. Deshalb werden die Kinder umziehen müssen - wahrscheinlich in freie Räume an der Mittelschule Dachelhofen. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
13.10.2015
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Der Stadtrat gab am Montag den Startschuss für ein Millionenprojekt: Die Lindenschule wird saniert. Die Schulkinder werden dazu mindestens ein Jahr lang umziehen müssen.

Die beiden Hauptbauten stammen aus den Jahren 1954 und 1958, die Turnhalle wurde 1969 angebaut. 2007 wurde der Hort eingerichtet, nachdem die Teilhauptschule an der Lindenschule aufgelöst und Klassenzimmer frei wurden. 2010 verwendete die Stadt Mittel aus dem Konjunkturprogramm, um die Hülle des Bauabschnitts II zu sanieren. Das wars dann aber auch schon.

Nun muss die Stadt mindestens 5 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Schule auf Vordermann zu bringen. Fenster, Brandschutz, Turnhalle, Wärmedämmung - die Aufgaben haben es in sich. Die Schule wird dreizügig ausgelegt, außerdem bleibt der Hort und zusätzlich wird an den Lindenschule eine Nachmittagsbetreuung eingerichtet.

Der Stadtrat fällte den "Maßnahmebeschluss" einstimmig. Er ist Grundlage dafür, dass die Verwaltung mit der Regierung das Raumprogramm abstimmen und dann die Ausschreibung vorbereiten kann. Außerdem gilt es, die Zuschüsse zu beantragen.

Schülerzahlen stabil

Die Sanierung wird nicht während des Unterrichtsbetriebs laufen können. Das stehe bereits fest, wie der städtische Pressesprecher Lothar Mulzer dem NT bestätigte. Die gut 220 Schulkinder müssen umziehen - für mindestens ein, eher für zwei Jahre. Diskutiert werden derzeit zwei Lösungen: Ein Containerbau auf dem Schulgelände oder einem städtischen Grundstück könnte als Ersatz dienen. Favorisiert werde momentan aber die Nutzung freier Räume in anderen Schulen. Zur Verfügung stünden Klassenzimmer in der Mittelschule Dachelhofen. Dort sind laut Mulzer nach der Auflösung der Grundschule Kapazitäten vorhanden. Ob die ausreichen, wird in der Verwaltung geprüft.

Kurt Mieschala (UW) erinnerte im Stadtrat an die Sanierungspläne für die Schule Dachelhofen, die fertig in der Schublade lagen, bis die neuen Schülerzahlen bekannt wurden. Plötzlich war dann Schluss mit der Grundschule im Stadtteil. Mieschala gilt als Verfechter einer Zentralisierung der Grundschulen. Seine Frage deshalb: "Wie sind die Schülerzahlen an der Lindenschule?" Die Schülerzahlen seien stabil, auch die Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren wiesen in diese Richtung, antwortete Barbara Hellerbrand vom Hochbauamt. Wie viele Flüchtlingskinder zudem noch eingeschult werden, könne nicht abgesehen werden. Alfred Damm (ÖDP) erinnerte als Reaktion auf Mieschala an den Grundsatz "Kurze Beine, kurze Wege". Oberbürgermeister Andreas Feller sicherte zu, dass dem Stadtrat im Frühjahr ein Konzept zur Kinderbetreuung "von der Krippe bis zur Schule" vorgelegt werde.

Betreuungsplätze fehlen

Dann dürfte auch die Frage von Manfred Schüller (SPD) beantwortet werden: Laut eine Aufstellung des Landratsamtes fehlen in der Stadt rund 70 Plätze in der Kindergärten und Krippen. Die Zahl wollte Feller so nicht bestätigen. Wohl aber, dass Betreuungsmöglichkeiten fehlen. Dann dürfte sich der Stadtrat zu Beispiel auch Gedanken über die Situation in Fronberg machen. Das neue Baugebiet dort richtet sich explizit an junge Familien, auch um den Schulstandort zu sichern. Eine Krippe gibt es im Stadtteil aber noch nicht.
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