"Sie haben natürlich Heimweh"

MdB Karl Holmeier (rechts) besuchte am Montag die Wohngruppe "Tuta Mundo" in der Breite Straße und unterhielt sich mit den Jugendlichen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
10.08.2015
17
0

Ein paar Brocken Deutsch können sie schon. Die zwölf Jungs im Haus "Tuta Mundo" versuchen, in der neuen Heimat zurecht zu kommen. Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier erfuhr bei einem Besuch einiges über ihren Tagesablauf.

Weil er bei der Einweihung vor einigen Wochen nicht dabei sein konnte, stattete MdB Karl Holmeier der Einrichtung am Montag einen Besuch ab. Im Haus "Tuta Mundo", getragen von den Dr. Loew sozialen Dienstleistungen, sind zwölf unbegleitete Jugendliche aus Eritrea, Afghanistan und dem Kosovo untergebracht.

22 Uhr "Zapfenstreich"

Sie empfingen den CSU-Politiker auf der Terrasse des Hauses in der Breite Straße. Ein paar Brocken Deutsch haben die Jungs im Alter zwischen 15 und 18 Jahren bereits in der Berufsschule gelernt. Und Englisch können sie auch wenig. Jetzt aber sind Ferien. Da sind Betreuerin Karin Urban und ihr Team besonders gefordert. Sie haben aber schon ein Programm, wollen zusammen ins Kino gehen, nach München fahren, das Feld der Sinne besuchen, einen Trommel-Nachmittag organisieren und bei schönem Wetter baden gehen. Die Jugendlichen unternehmen auch viel auf eigene Faust, müssen aber um 22 Uhr zu Hause sein. Am Wochenende darf es schon auch mal ein bisschen später sein. Je nach Alter. "Sie haben den gleichen Status wie deutsche Jugendliche", erklärt Klaus Meierhöfer, Bereichsleiter bei Dr. Loew.

Kontakt übers Netz

In der Wohngemeinschaft lernen die Jugendlichen ganz lebenspraktische Dinge wie Waschen und Kochen. Mit zu Hause sind sie regelmäßig per Internet in Kontakt. "Sie haben natürlich Heimweh", spürt Karin Urban. Sie versucht deshalb, ein familiäres Umfeld zu schaffen und den Jungs die Eingewöhnung zu erleichtern.

Die minderjährigen Flüchtlinge bekommen einen Vormund zur Seite gestellt, der die Aufgaben der Eltern übernimmt. MdB Karl Holmeier betonte die große Verantwortung Deutschlands gegenüber den asylsuchenden Menschen, die in ihrer Heimat bedroht seien und sie deshalb verlassen müssten. Die Integration sozialverträglich zu gestalten, sei die große Herausforderung der nächsten Jahre.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.