"Soli" für die Infrastruktur

Die EVG-Vertreter Harald Hammer, Petra Gangl (von links) und Manfred Edenhart (rechts) ehrten Günter Prem (Zweiter von rechts) und Horst Mottok (Dritter von links) für 60-jährige Mitgliedschaft. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
14.10.2014
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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) favorisiert einen Ausbau der Strecke nach Prag über Schwandorf. Das wurde bei der Jubilarehrung am Samstag deutlich. Die EVG fordert höhere Investitionen in den Schienenverkehr.

Günter Prem (76) ging nach der Schule zur Bahn und ließ sich zum Jungwerker ausbilden. Das ist über 60 Jahre her. Damals schloss sich der Schulabgänger auch der EVG an. Nach 42 Jahren Zugehörigkeit zur Bahn, zuletzt als Hauptsekretär im Personalbüro des Bahnhofs Schwandorf, ging Günter Prem in Pension. Der Gewerkschaft aber ist er treu geblieben. Das honorierte die Arbeitnehmervertretung und ehrte Prem am Samstag in der Schwefelquelle für 60-jährige Treue.

Genau so lange ist auch der Schwandorfer Horst Mottok dabei. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden ferner Günther Fruth (Amberg), Erich Wiesneth (Sulzbach), Oswald Lotter ( Poppenricht), Günter Michael (Cham), Siegfried Marten (Furth im Wald) und Robert Kohl (Arnschwang) geehrt. Zahlreiche weitere Mitglieder erhielten Nadel und Urkunde für 50-, 40- und 25-jährige Zugehörigkeit.

Die (EVG) favorisiert den Ausbau der Strecke von München und Nürnberg über Schwandorf und Furth im Wald nach Prag. Der Leiter der EVG-Geschäftsstelle Regensburg, Harald Hammer, forderte in seiner Rede einen baldigen Ausbau dieser Trasse. Der Konkurrenzstrecke von Marktredwitz über Pilsen nach Prag erteilte der Gewerkschaftsfunktionär dagegen eine Absage. "Sie wird es niemals geben", ist Harald Hammer überzeugt. Der Grund: "Topographisch zu schwierig und zu teuer". Was die Oberfranken den Oberpfälzern allerdings voraus hätten: "Sie trommeln besser".

Hammer schlägt die Erhöhung und Ausweitung der Lkw-Maut und die Umwidmung des Solidaritätszuschlages in eine Infrastrukturabgabe zur Verbesserung der Infrastruktur bei der Bahn vor. Für die Reparatur und Wartung der 9000 Brücken, 3000 Stellwerke und 70 000 Weichen bestehe ein Investitionsbedarf von jährlich 1,2 Milliarden Euro. Die öffentlichen Mittel zur Sanierung des Schienennetzes seien völlig unzureichend, so Harald Hammer. Er belegte dies an einem Beispiel: Deutschland investiert in die Schiene jährlich 51 Euro pro Einwohner, die Schweiz dagegen 349 Euro.

Der EVG-Ortsverband Regensburg-Schwandorf hat 2000 Mitglieder. Ortsvorsitzende ist Petra Gangl, die am Samstag gemeinsam mit Harald Hammer und dem Seniorenbeauftragten Manfred Edenhart die Ehrung vornahm.
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