Sorgen der Bauern anhören

Mitglieder der CSU-Ostbayernrunde haben sich im Berliner Reichstag mit dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl (Mitte), getroffen. Karl Holmeier ist der Vorsitzende der Ostbayernrunde (Fünfter von links). Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
08.11.2014
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Den Mitgliedern der Ostbayernrunde gab der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, in einem offen geführten Gespräch einen umfassenden Überblick über die Sorgen und Nöte der bayerischen Bauern.

Präsident Heidl brachte gleich zu Beginn des Gesprächs auf den Punkt, dass die aktuelle Stimmung bei den bayerischen Bauern angesichts des Vier-Jahres-Tiefs bei den Preisen der Kern-Agrarprodukte sehr eingetrübt sei und zugleich zahlreiche Reglementierungsvorhaben von Politik und Verwaltungen vorwärtsgetrieben würden. Dies habe ihn auch zu seinem Brandbrief an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer veranlasst.

Der Vorsitzende der Ostbayernrunde, Karl Holmeier, sicherte dem Bauernpräsidenten im Namen der Ostbayernrunde zu, den Interessen der bayerischen Bauern auch in Berlin den Rücken zu stärken: "Es kann nicht sein, dass Milchpreisdumping großer Konzerne und der Einbruch bei den Erzeugerpreisen die Existenz der bäuerlichen Familienbetriebe in Bayern gefährden." Neben der allgemeinen Preisentwicklung bei Agrarprodukten wurde auch über die in der Landwirtschaft sehr sensibel wahrgenommene Düngeverordnung und Anlagenverordnung sowie das Arzneimittelgesetz gesprochen. Hier warnte Walter Heidl: "Es droht eine massive Überreglementierung für bäuerliche Familienbetriebe. Dadurch wird ein Strukturwandel durch die Hintertür betrieben." Alle Anwesenden waren sich einig, dass bäuerliche Familienbetriebe für den Freistaat unverzichtbar seien und auch die Stärke der "Landwirtschafts-Marke Bayern" ausmachten.

Das generationsübergreifende Thema der Hofabgabeklausel wurde besonders intensiv erörtert. Die CSU-Politiker unterstrichen unisono, wie wichtig das System der Hofabgabeklausel sei und dass es unbedingt fortgeführt werden müsse.

Der derzeit im Rahmen der Energiewende diskutierten stärkeren Zulassung von Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen erteilte Präsident Heidl eine eindeutige Absage: "Solaranlagen gehören auf Dächer, und auf landwirtschaftliche Nutzflächen gehören Pflanzen und Tiere." Es dürfe keinen Rückgriff auf gute landwirtschaftliche Böden geben. Jede Öffnung in dieser Richtung sei zu riskant.

Auf die Auswirkungen des Transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) auf die bayerische Landwirtschaft angesprochen sagte Walter Heidl, dass für die Vertrauensbildung Transparenz nötig sei. Die Bauernschaft sehe zu einem großen Anteil mehr Vorteile im TTIP als Nachteile.
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