SPD wünscht sich einen "WAA-Erinnerungspfad" - Antrag an Landrat
Erinnern an Zeit des Widerstands

Lokales
Schwandorf
06.12.2014
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Kein Bauprojekt zuvor hat die Republik und den Landkreis Schwandorf so gespalten und einen derartig massiven Widerstand in der Bevölkerung hervorgerufen wie die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf in den 1980er Jahren.

Das Vorhaben der Atomwirtschaft und der bayerischen Staatsregierung, in der 5000-Einwohner-Gemeinde Wackersdorf im Landkreis Schwandorf eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstäbe zu errichten, löste im Landkreis Schwandorf eine der größten Protestaktionen der noch jungen Anti-Atomkraft-Bewegung aus.

Der jahrelange intensive Widerstand der Bürger des Landkreises Schwandorf und ihrer Unterstützer aus ganz Deutschland und Österreich führte zum Erfolg. Am 31. Mai 1989 gab die Atomwirtschaft die Pläne zur Fertigstellung der WAA auf.

25 Jahre später erinnert im Landkreis Schwandorf lediglich noch das Franziskusmarterl an diese Jahre des Widerstandes. Banner, Plakate und ähnliches aus der Widerstandsbewegung befinden sich bereits im Bayerischen Staatsarchiv als Dokumente der jüngeren Geschichte.

"Die Geschichte des Widerstandes gegen die WAA gehört zur Geschichte dieses Landkreises und seiner Bürgerinnen und Bürger", urteilt Evi Thanheiser als Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. 25 Jahre nach der Aufgabe der Planungen durch die Atomwirtschaft sei es "an der Zeit und unserer Geschichte mehr als angemessen, an die Stätten des Widerstandes zu erinnern und auf diese an exponierter Stelle aufmerksam zu machen". Namens der SPD-Kreistagsfraktion stellt Thanheiser deshalb den Antrag, an den Landrat, die Verwaltung des Landkreises mit der Prüfung zu beauftragen, inwieweit die Einrichtung eines "WAA-Erinnerungspfades" (Projekttitel) entlang des Bauzauns sowie die gesonderte Kennzeichnung des Franziskusmarterls, des Standortes des Hüttendorfes sowie des sogenannten "Chaoten-Ecks" über die neue LAG über das Leader-Förderprogramm 2014 bis 2020 finanziert werden kann - und wenn ja, die hierfür erforderlichen Antragsunterlagen vorzubereiten und einzureichen.

Sollte eine Leader-Förderung nicht möglich sein, so soll die Verwaltung laut Thaheiser und der SPD-Kreistagsfraktion beauftragt werden, die Kosten für die Einrichtung diese Pfades sowie der Kennzeichnung der vorgenannten Örtlichkeiten zu ermitteln, um diese in den Haushalt 2015 einplanen zu können.

"Ich bitte, den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kreistages zu setzen", schließt Thanheiser ihr Schreiben an den Landrat.
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