Sprachkurse für Asylbewerber

Unternehmer Ernst Hanauer überreichte dem Geschäftsführer der Volkshochschule Schwandorf, Franz-Xaver Huber, und den Mitarbeitern der VHS-Einrichtungen im Landkreis einen Scheck über 10 000 Euro zur Sprachförderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
27.11.2014
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Das größte Hindernis in einem fremden Land ist die Sprache. Die Volkshochschulen im Landkreis wollen Abhilfe schaffen: Anfang Dezember beginnt eine breit angelegte Initiative zur Sprachförderung für Asylbewerber und Flüchtlinge.

Zur Anschubfinanzierung stellt dafür die Firma EMZ-Hanauer in Nabburg einen Betrag von 10 000 Euro zur Verfügung. "Ich hoffe, dass noch mehr Unternehmen unserem Beispiel folgen", sagte Seniorchef Ernst Hanauer bei der Scheckübergabe in den Räumen der Volkshochschule Schwandorf.

"Wir brauchen Dozenten mit langjähriger Unterrichtserfahrung und großem Engagement, und die kosten Geld", erklärte VHS-Geschäftsführerin Barbara Genzken-Schindler. Eine von ihnen ist Dina Kohl. Sie stammt aus dem Libanon, spricht mehrere Sprachen und unterrichtet bereits seit 25 Jahren an der Schwandorfer Volkshochschule. Bereits seit September leitet Dina Kohl einen Kurs "Deutsch als Fremdsprache" für Flüchtlinge und Asylsuchende. Nun ziehen auch die übrigen Einrichtungen zur Erwachsenenbildung im Landkreis nach.

Am 1. Dezember beginnen an der Mittelschule und im Pfarrheim in Wackersdorf Sprachkurse für die 26 syrischen Asylbewerber, die dort dezentral in zwei Gebäuden untergebracht sind. Zweimal in der Woche 90 Minuten Deutschunterricht, das sei zunächst einmal die Zielvorgabe, so Barbara Genzken-Schindler. Nach und nach starten dann auch Kurse in Bodenwöhr, Bruck, Steinberg am See und Burglengenfeld. "Wir dürfen dazu Räume in den Schulen nutzen, die die Kursteilnehmer zu Fuß erreichen können", gibt Barbara Genzken-Schindler zu verstehen.

Die Menschen stammen aus Syrien, der Ukraine, Äthiopien, Georgien, Albanien, Armenien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, dem Irak und dem Kosovo. Die Vielfalt der Kulturen erfordere von den Kursleitern eine hohe sprachliche und soziale Kompetenz, machte der VHS-Geschäftsführerin deutlich.

Als Ergänzung gedacht

Auch in den Kommunen Nabburg, Pfreimd, Wernberg-Köblitz und Schwarzenfeld werden die Kurse bald beginnen, kündigte Martina Grim, die Geschäftsführerin der Volkshochschule Nabburg, an. Der Vorsitzende der Volkshochschule Schwandorf, Franz-Xaver Huber, stellte mit Nachdruck fest: "Wir wollen auf keinen Fall in die ehrenamtliche Schiene eingreifen, sondern sehen uns als Ergänzung zu dem großen Engagement, das im privaten Bereich bereits läuft".

450 Flüchtlinge und Asylbewerber leben mittlerweile im Landkreis Schwandorf. Ihnen zu helfen, sich hier zurecht zu finden, ist eine Herzensangelegenheit von Ernst Hanauer. Bei der Scheckübergabe erzählte er von seinen zahlreichen Besuchen in arabischen Ländern und stellte dabei fest: "Das sind überwiegend fleißige und anständige Menschen".
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