"Squashland" ist Geschichte

Squash war in Schwandorf einst eine boomende Sportart. Jetzt hat sich der Verein "Squashland" aufgelöst. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
05.05.2015
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Ein Jahr lang spielte "Squashland Schwandorf" in der ersten und sechs Jahre in der zweiten Bundesliga und war damit der sportlich erfolgreichste unter den 45 Vereinen der Stadt. Nun hat sich der vor über 30 Jahren gegründete Club aufgelöst. Wie kam es zu diesem Niedergang?

Das Amtsgericht hat "Squashland" aus dem Vereinsregister gestrichen. "Uns sind die Mitglieder davon gelaufen", erklärt der langjährige Vorsitzende Thomas Zwicknagel. Von den einst über 100 sind noch "unter 20" geblieben. Dadurch ließ sich Sportbetrieb nicht mehr aufrechterhalten. Von Bundesliga-Niveau ganz zu schweigen.

Die meisten Akteure kamen von auswärts, flogen zu den Spieltagen nicht selten vom Ausland ein. Mit Matthew Castanage, Alan Clyne, Armin Hammed und Philip Annandale hatte der Verein Weltranglistenspieler unter Vertrag. Nur mit Unterstützung von Sponsoren konnte er diesen finanziellen Aufwand bewältigen. Dies ist nun alles weggebrochen. In den 1980er Jahren boomte die Sportart, es entstanden in der Region jede Menge Squashanlagen. Auch in Schwandorf. Clemens Hoogveld, Trainer der ersten Stunde bei Squashland Schwandorf, erinnert sich an die Begeisterung, mit der die Leute damals Squash spielten. Doch der reine Hallensport erlebte einen Einbruch ähnlich wie Tennis. "Die Leute haben sich andere Hobbys gesucht", hat Clemens Hoogveld beobachtet. Seiner Meinung sei auch das Vereinsleben zu wenig gepflegt worden. Squash sei aber in ganz Deutschland rückläufig, so Hoogveld. Im Gegensatz zu Holland, England, Österreich oder den arabischen Ländern. Mit der Auflösung vieler Vereine in Deutschland seien plötzlich gute Spieler ohne Vertrag gewesen. Dies nutzte "Squashland" Schwandorf und warb sie zu günstigen Bedingungen an. Weil aber die Vereinsstrukturen wegbrachen und es auch in der Tennis- und Squashhalle zu Veränderungen kam, nahte das Ende. Schade, denn Schwandorf hatte bei den Hobbyspielern und Profis einen guten Namen. Dies zeigte sich bei den regelmäßigen offenen Stadtmeisterschaften, die Akteure aus ganz Bayern anzogen.
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