Stadt schafft Kindergartenplätze

Lokales
Schwandorf
04.12.2015
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Eine neue Kindergarten-Gruppe und der Bau eines Waldkindergartens sorgten bei den Mitgliedern des Hauptausschusses für Überraschung und Skepsis. Den Beschlussvorschlägen stimmten sie in der Sitzung am Mittwochabend dennoch einstimmig zu.

Das Landratsamt hatte festgestellt, dass 75 Kindergartenplätze in Schwandorf fehlen. Die Stadt schätzt den Bedarf auf 25 bis 50 Plätze. Jedenfalls mussten die Verantwortlichen handeln. Deshalb entstand im Piusheim eine Kindergartengruppe mit 25 Betreuungsplätzen. Es handelt sich um eine Übergangslösung bis 2017.

Ursachenforschung beginnt

Denn die Gründe für den Mangel sind bisher noch recht unklar. "Die Kinder von asylsuchenden Flüchtlingen sind nicht der Auslöser des vorherrschenden Platzmangels, verschärften allerdings das bestehende Problem zusätzlich", heißt es in der Beschlussvorlage. Ulrike Roidl (SPD) sei vom Bedarf überrascht gewesen, Kurt Mieschala (UW) zeigte sich "verwundert" und Alfred Damm (ÖDP) sagte: "Es zeigt sich, dass es schwierig ist, Voraussagen zu treffen." Oberbürgermeister Andreas Feller sicherte zu, eine seriöse Ursachenforschung zu betreiben.

Um des Platzmangels Herr zu werden, wird außerdem ein Waldkindergarten für maximal 20 Buben und Mädchen errichtet. Die Idee kam von einer Elterninitiative, die sich im Ortsteil Richt so eine Einrichtung wünschte. Der Waldkindergarten soll ab März mit sechs Buben und Mädchen in Betrieb gehen. Die Kosten mit rund 30 000 Euro sind relativ gering, zwei Drittel davon muss die Stadt bezahlen. Die Ausschuss-Mitglieder stimmten dem Vorhaben einstimmig zu, viele sprachen aber von einer anfänglichen Skepsis. Andreas Wopperer (CSU) überwand sie vor allem deswegen, weil die Stadt mit dem Bau zum einen dem Platzproblem entgegentritt, und zum anderen das Projekt zeitlich befristet. "Angesichts der Kosten ist das ein Projekt, das man wagen kann." Roidl stimmte dem zu und ergänzte, dass die Einrichtung dem Wunsch einiger Eltern entspricht. Damm äußerte hingegen: "Ich sehe das nicht so skeptisch, in anderen Teilen Bayerns funktioniert das auch gut."

Marion Juniec-Möller (B90/Die Grünen) die zwar nicht im Hauptausschuss sitzt, aber Rederecht erhielt, machte den Vorschlag, einen Beirat für Migration und Integration einzurichten. Als Vorbild führte sie Landshut an.

30 000 Euro mehr Ausgaben

Zu einer Abstimmung kam es am Mittwoch nicht. Zuvor sollen die Ausschussmitglieder laut OB sich Gedanken machen, wie der Beirat konkret umgesetzt werden könnte und ihre Ideen in die nächste Sitzung einbringen. Außerdem genehmigte der Ausschuss überplanmäßige Ausgaben. 30 000 Euro mehr als eingeplant wurde für die VHS fällig. Das liegt an den nicht eingeplanten Lehrgängen "Deutsch als Fremdsprache".
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