Steuer-Rekorde von Jahr zu Jahr

Aus den Steuerzahlen sind keine wirtschaftlichen Einschränkungen zu sehen.
Lokales
Schwandorf
07.02.2015
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Das Steueraufkommen des Finanzamtes lag noch nie so hoch. Die eingenommenen 530,9 Millionen Euro bedeuteten schon den neunten Rekord innerhalb von zehn Jahren. Das zeigt: Die konjunkturelle Lage im Landkreis Schwandorf ist weiterhin sehr gut.

Die kommissarische Leiterin des Finanzamtes, Beate Jung, und der Servicebereichsleiter und Controller der Behörde, Günther Koberstein, zeigten sich am Freitag einig: "Die Steuerquellen sprudeln".

Die Steuereinnahmen des Schwandorfer Amtes mit seiner Außenstelle in Neunburg vorm Wald beliefen sich 2014 auf insgesamt 530 930 000 Euro. Gegenüber 2013 bedeutet dies eine Steigerung um 2,4 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Kraftfahrzeugsteuer, deren Verwaltung ab Juli 2014 der Zoll als Bundesbehörde übernommen hat, beträgt das Plus gar 4,8 Prozent. Seit 2005 (251,1 Millionen Euro) hat sich das Aufkommen mehr als verdoppelt. Nur einmal (von 2009 auf 2010) ging es leicht zurück, ansonsten eilte es von Rekord zu Rekord.

Selbstständigen geht es gut

Den größten Anteil machte erneut die Lohnsteuer aus (53 Prozent). Mit 282 599 000 Euro betrug die Steigerung 5,3 Prozent. Der Anstieg der Lohnsteuer spiegelt weiterhin die sehr gute Arbeitsmarktlage im Amtsbezirk wieder. Die Zunahme dürfte in erster Linie auf Lohnerhöhungen zurückzuführen sein. Auch die sogenannte "kalte Progression" (mehr Brutto kann anteilsmäßig zu weniger Netto führen) darf hierbei nach Auffassung der Experten nicht unerwähnt bleiben.

Das Jahr 2014 erbrachte bei der veranlagten Einkommensteuer Nettoeinnahmen von 50 475 000 Euro und damit einen geringfügigen Rückgang um 1,5 Prozent. Das stellte jedoch eine Stabilisierung auf hohem Niveau dar, nachdem es im Vorjahr zu einem massiven Anstieg um stattliche 61,7 Prozent gekommen war. Jedenfalls dürfte die konjunkturelle Lage für die Handwerksbetriebe und freien Berufe im Landkreis, den Großteil der Selbstständigen, nach wie vor als sehr positiv zu bewerten sein, meinten Jung und Koberstein.

Das Aufkommen an der Umsatzsteuer, deren Anteil bei 30 Prozent liegt, wuchs um 6,2 Prozent. Die Mehrung deutet auf ein verstärktes Konsumverhalten hin.

Die Kraftfahrzeugsteuer wird seit Juli 2014 vom Zoll als Bundesbehörde verwaltet. Die bis einschließlich Juni beim Finanzamt vereinnahmte Kraftfahrzeugsteuer in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro kann daher nicht mit der im Vorjahr zugeflossenen Steuer von 18,6 Millionen Euro verglichen werden, zumal in der ersten Jahreshälfte erfahrungsgemäß viele Firmen einen Teil ihres Fuhrparks winter-bedingt still legen. Die sonstigen Steuereinnahmen, die sich im Wesentlichen aus dem Solidaritätszuschlag, der Kirchenlohnsteuer sowie aus Zinsen, Gebühren und Zuschlägen zusammensetzen, haben sich um 4,0 Prozent erhöht.
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