Streckenausbau zwischen Bayern und Böhmen: Bahnhof soll Knotenfunktion behalten - Flierl ...
An Schwandorf darf kein Weg vorbei führen

Lokales
Schwandorf
08.04.2015
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Mit einer bayerisch-böhmischen Bahninfrastruktur-Offensive sollen die beiden Nachbarländer in den nächsten Jahren eine attraktivere grenzüberschreitende Bahnverbindung erhalten. In einem Schreiben an Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) trat der Stimmkreisabgeordnete Alexander Flierl (CSU) dafür ein, Schwandorf dabei als Bahnknoten zu erhalten.

Bei einem Treffen besprachen die beiden Verkehrsminister von Bayern und Tschechien, Joachim Herrmann und Dan Tok, erste Maßnahmen. Bayern will die erstmals vom Landtag für Vorplanungen von EU-Kernnetz-Strecken zur Verfügung gestellten Landesmittel in Höhe von sechs Millionen Euro für die Elektrifizierung der Strecke Regensburg-Schwandorf-Furth im Wald-Grenze einsetzen. Laut Veröffentlichungen soll bei dieser Trasse auch der Neubau einer Bahnkurve um Schwandorf herum geplant werden. Dies nahm MdL Flierl zum Anlass, sich an Herrmann zu wenden, da hierdurch die Gefahr bestehen könnte, dass Schwandorf von der grenzüberschreitenden Strecke abgeschnitten und der Bahnhof Schwandorf umfahren wird.

"Prinzipiell ist eine beschleunigte Planung begrüßenswert, um damit eine zeitnähere Realisierung einer verbesserten Schienenverkehrsanbindung zu bewerkstelligen. Schwandorf darf aber dabei nicht abgehängt werden", meinte der Landtagsabgeordnete. Flierl betonte die Bedeutung der grenzüberschreitenden Verbindung für die Wirtschaftsbetriebe im Landkreis wie auch für die mittlere und nördliche Oberpfalz. Der Bahnhof Schwandorf habe eine Knotenfunktion, insbesondere für die vom Freistaat zum Bundesverkehrswegeplan angemeldete Elektrifizierung der Bahntrasse Nürnberg- Amberg-Schwandorf, mit der die Metropolen München, Nürnberg und Prag verbunden werden können.

Zudem widerspräche eine Abkopplung Schwandorfs von einer schnellen, grenzüberschreitenden Zugverbindung eindeutig dem entstehenden Entwicklungsgutachten für den bayerisch-böhmischen Grenzraum, das den Abbau von Verkehrsdefiziten zwischen den Grenzregionen als wesentlich ansieht. Eine Umfahrung von Schwandorf und lediglich eine Anbindung der Metropolen sowie Ballungszentren würde dem nicht gerecht. Gleichfalls könne das Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Stadt und Land nicht erreicht werden. Der Abgeordnete erwartet daher eine Klärung durch den Staatsminister.
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