Streit aus Eifersucht endet vor dem Amtsgericht: Ex-Partnerin verzichtet auf Bestrafung - ...
Neuer Freund im Schlafgemach

Lokales
Schwandorf
25.03.2015
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Wirklich peinlich, diese Situation. Ein 26-Jähriger besucht seine Ex-Freundin, will ein paar Habseligkeiten abholen und Gespräche führen. Ihm wird geöffnet und dann stellt er fest: Im Schlafzimmer hat sich offenbar sein "Nachfolger" aus Angst eingeschlossen. Was anschließend geschah, musste nun das Amtsgericht klären.

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. "Sie kommt und geht von einem zum anderen", heißt es in einem Schlager. Wohl wahr und frustrierend für jemanden, der schon an Familienplanung dachte und dann doch an seine Grenzen stieß. Der 26-Jährige aus einem Ort südlich von Schwandorf und seine Partnerin hatten sich seit 2011 gekannt. Plötzlich nahm die 27 Jahre alte Frau eine "Auszeit". Das grämte den Mann. Aber an der Trennung führte wohl kein Weg mehr vorbei. An einem Novembertag letzten Jahres kam es dann, wie man neudeutsch zu sagen pflegt, zum "Showdown."

Vordergründig wollte der junge Mann ein paar Sachen aus der einst gemeinsamen Wohnung abholen. Im Hintergrund aber stand die Vermutung, dass da längst ein anderer im ehedem gemeinsamen Bett lag. Er klingelte stürmisch, wurde nach längerer Zeit von seiner Ex-Freundin eingelassen, rannte ins Haus, eilte zielstrebig zum Schlafgemach und fand es verriegelt vor.

"Von innen zugeschlossen", wie der 26-Jährige nun der Schwandorfer Richterin Petra Froschauer schilderte. Wahrscheinlich deshalb, weil der neue Liebhaber Ungutes ahnte. Ab dann wurde es endgültig turbulent: Der sich "gehörnt" fühlende Mann trat heftig gegen die Schlafzimmertür, dann gab es ein Gerangel mit der Ex-Partnerin. "Ich bin am Hals gepackt worden und hingefallen", schilderte sie nun der Richterin. "Nein", widersprach der Angeklagte heftig, "sie ist gestolpert und am Hals gepackt habe ich sie nie."

Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld des Prozesses einen Strafbefehl wegen Körperverletzung in Höhe von 3500 Euro erwirkt. Der wurde angefochten und wichtig war nun in der Verhandlung, ob denn die 27-Jährige Wert auf eine Bestrafung legte und ob da tatsächlich am fraglichen Abend jemand in ihrem Schlafzimmer war. Die Antwort gab es zweigeteilt. Erstens: "Wenn er aus der Sache etwas gelernt hat, muss Strafe nicht unbedingt sein." Zweitens: "Ja, ich hatte Besuch." Dieser Gast wartete dann zwar draußen auf seine Zeugenvernehmung, wurde aber nicht mehr gehört.

"Könnte man das Verfahren einstellen?", wollte Verteidiger Günter Herzogenrath-Amelung (Alteglofsheim) wissen. Staatsanwältin Daniela Spieß stimmte zwar eher unwillig zu, meinte aber dann: "Ja. Aber nur, wenn er die 3500 Euro als Einstellungsauflage zahlt." Der Betrag ermäßigte sich schließlich auf 2000 Euro, weil der Angeklagte demnächst aus betriebsinternen Gründen den Job verliert. Seine Habseligkeiten hat er seinerzeit übrigens bekommen, die Liebe aber ist endgültig begraben. "Ich will nur noch meine Ruhe", unterstrich die 27-Jährige mit Nachdruck.
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