Stromtrasse: Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister bei Wirtschaftsminister in Berlin
Gabriel hält an Doppelpack fest

Armin Schärtl.
Lokales
Schwandorf
02.07.2015
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(cv/tib) Die Oberpfalz steht unter Strom: Elektrisiert ist sie wegen Sigmar Gabriel. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie hatte vergangene Woche in Berlin einen Vorschlag unterbreitet: Die Südost-Leitung solle nicht auf einer neuen Trasse, sondern teilweise unter der Erde auf einer bereits bestehenden Leitung nach Bayern geführt werden - beispielsweise auf dem Ostbayernring. Das hätte Auswirkungen auf den Landkreis, durch den diese Stromtrasse teilweise verläuft. Rund 20 Bürgermeister sowie Abgeordnete aus der Oberpfalz, Mittel- und Oberfranken waren gestern zu einem Gespräch mit Gabriel in der Hauptstadt, um vor dem Energiegipfel im Bundeskanzleramt am Abend ihren Standpunkt mit dem Minister zu erörtern.

Laut MdB Marianne Schieder habe Gabriel in der eineinhalbstündigen Gesprächsrunde deutlich gemacht, dass Stromtrassen wegen der Versorgungssicherheit nötig seien. Den Vorrang wolle er dabei auf die Erdverkabelung und den Ausbau auf bereits bestehenden Trassen legen. "Damit sind wir weiter im Gespräch", sagte Schieder in einem Telefonat mit dem NT auf den Landkreis bezogen. Wie von der Bundesnetzagentur zu hören gewesen sei, seien technische Probleme durch die Zusammenlegung der Leitungen - entgegen der Befürchtungen von Tennet - nicht zu erwarten. An sich sei es vernünftig, dort Leitungen zu verlegen, wo bereits welche sind, anstatt neue Schneisen in die Landschaft zu schlagen, sagte die Abgeordnete. "Aber ich möchte vorher zum Beispiel wissen, wie hoch der Masten wird".

An der Notwendigkeit der neuen Stromtrassen lässt auch der Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl keinen Zweifel. Den Vorschlag Gabriels, die neue Trasse auf den bestehenden Ostbayernring zu legen, habe man sachlich und "sehr intensiv" diskutiert. Die Prämisse: "Möglichst viel Erdverkabelung". Die sei teuer, räumt Schärtl ein, doch das sei der Atomausstieg auch. "Alle wollen die Energiewende, dann kommen wir um die Konsequenzen nicht herum". Das Projekt müsse so bürgernah und verträglich wie möglich ausgestaltet werden. Gabriel habe beim Gespräch aber auch abschließend konstatiert, dass relativ offen sei, was letztlich beim Energiegipfel herauskomme.
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